Meine essentiellen macOS Apps

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Ich bin jetzt seit ca 9-10 Jahren Mac Nutzer. Mein erstes MacBook war das weisse Modell und sah ungefähr so aus. Ich hab es damals geliebt, gab ihm den Namen Emma und es begleitete mich überall hin 1. Danach folgte ein 24" iMac 2, ein Macbook Pro welches mir von der Arbeit gestellt wurde und nun für meine Selbstständigkeit tut es ein MacBook Air 3.

Nun, neue Entwicklungen - über die ich vermutlich demnächst auch bloggen werde - bringen mich auf die Idee mal niederzuschreiben, welche Programme Apps ich auf meinen Macbook nutze und als essentiell betrachte. Hierbei soll es eigentlich generell nicht um Apps gehen die ich für meinen täglichen Job benötige, sondern um die die ich täglich nutze und liebe 4.

Ich nutze ...

Postbox, für E-Mails

Eigentlich nutze ich für E-Mail meistens nur die Weboberflächen 5. Sind die Mails nun selbstgehostet gibt es nur wenig Alternativen 6. Liegen die Mails aber auf einen Firmenserver wird es noch schlimmer. Outlook für Mac? Bitte nie wieder. Apple Mail? Besser - heißt im Vergleich zu Outlook aber nicht viel. Beispielsweise das Verwalten von mehreren Mailadressen ist fummelig.

Postbox, Demobild von der Webseite

Nach etwas Recherche bin ich dann auf Postbox gestoßen. Postbox bietet z.B. automatisierte Workflows, Cloudanbindungen, eine moderne intuitive Oberfläche und mehr. Nach einer kurzen Testphase war für recht schnell klar dass Postbox für mich die beste Wahl ist.

Postbox ist kostenlos testbar, eine Lifetime Lizenz kostet einmalig 40 Euro und ist gut investiert.

Slack & Discord, für Kommunikation

Slack ist ein tolles Tool für die Organisationen und Agenturen. Schnelles Kommunizieren in einen übersichtlichen Interface, eine gute App, aber auch eine gute Weboberfläche. Eigentlich schon ziemlich gut. Das Preismodell ist allerdings auf Firmen ausgelegt und dadurch bleibt leider keine persistente History. Auch Features wie Voice Calls und Screensharing sind nett, aber nur Pro Nutzern vorbehalten.

Diese Lücke füllt bei mir Discord. Discord füllt m.M.n die Lücke die Slack bislang ignorierte - ein gutes Kommunikations Tool für Communities - mit integrierten VoiceChat und History. Nicht nur für Gaming.

iTerm, für Code

Fangen wir mit dem offensichtlichen an. iTerm ist das ultimative Terminal - wenn die OSX macOS interne Terminal.app ein Fahrrad ist, ist iTerm ein Porsche 911. Mit Elektromotor.

iTerm2

Einige iTerm Features wie Splits oder Tabs habe ich inzwischen durch Tmux abgelöst, aber iTerm wird es immer bleiben. Werft einfach mal einen Blick auf die Feature Liste. Und dann schaut euch nochmal eure Terminal.app an. Und spätestens jetzt sollte der Mauszeiger auf dem Download Button sein.

Enpass, für Passwörter

"1Password ist super". Sagen mir zumindest sehr viele Leute. Dennoch habe ich ihn nie genutzt - da mir das Pricing Modell nie gefallen hat 7. Ich probierte für einige Monate LastPass aus, aber ständige Berichte über Sicherheitslücken und dubiose Besitzerwechsel haben mir immer ein ungutes Gefühlt gegeben. Als Lastpass bekannt gab dass sie sich von dem Premium Modell verabschieden, habe ich direkt mein Konto geschlossen 8 und mich nach einer Alternative umgesehen.

Nachdem ich nun kurz überlegte ob ich mich mit Ideen wie KeePass beschäftige, kam Enpass ins Spiel. Enpass ist auf allen Plattformen verfügbar, nur die mobile App kostet ca. 10 Euro. Passwörter werden lokal oder auf gängigen Cloudlösungen (Dropbox, Google Drive, OwnCloud, etc) gespeichert, Enpass selber sollte also keinen Zugriff auf die Daten haben. Die UI ist von 1Password inspiriert, hat aber auch eigene Ideen. Ausserdem gibt es eine Browsererweiterung. Nach jetzt ca. einem Jahr Nutzung kann ich Enpass uneingeschränkt weiter empfehlen.

Das ist kein Screenshot von mir, aber ihr könnt gerne die die sichtbaren Passwörter auch ausprobieren.

Homebrew, für Paketmanagement

Homebrew ist mit das wichtigste Tool für die Webentwicklung auf dem Mac. Ein brew install xyz installiert mir eigentlich fast alles was ich brauche, auch automatisiert. Zusatztools wie Cask erlauben zudem auch Applikationen und Binarys direkt zu installieren.

Workflowy, für Notizen

Zu Workflowy (Invite Link) habe ich hier bereits recht viel zu geschrieben. Inzwischen gibt es aber auch eine eigene App - ausserhalb der Chrome Extension. Ihr findet diese im Workflowy Blog.

Affinity Designer, für Vektoren

Affinity Designer ist mein Illustrator Ersatz. Zwar bin ich kein Illustrator und sogar weit davon entfernt einer zu sein, aber ein vektorbasiertes Illustrationstool ist wichtig - alleine für SVG Bearbeitung. Affinity Designer ist dafür genau das richtige Tool. Und ausserdem mit einem Preis von einmalig 44 Euro sehr bezahlbar.

Dieses Bild kommt definitiv nicht von mir. Meine "Kunst" wollt ihr aber auch nicht sehen.

Alfred, für schnelles Starten

Die Alfred App sagt mir dass ich sie in den letzten 11.5 Monaten ca. 1900 Mal auf diesem Macbook aufgerufen habe. Durchschnittlich 5.3 mal täglich. Gefühlt aber noch viel öfter.
Alfred ist ein Launcher - er erlaubt mir schnell Programme zu öffnen und ... . "Halt, Aber, Momentchen mal, Wie bitte, Aber was?" schreit mich jetzt der imaginäre Leser an. Das kann doch Spotlight auch - wieso bitte noch Alfred. Die Antwort lautet: Alfred kann noch ein bisschen mehr. Z.B. Farben von Hex in RG umwandeln, die CanIUse Datenbank schnell anfragen, einen Timer stellen oder einfach nur Prozesse killen. Hierfür ist das Powerpack notwendig, kostet ca. 22 Euro. Aber wie gesagt - ich nutze es ca. 5.3 mal täglich. Das sind 0,011 Euro pro Aufruf. Läuft.

EURkey, für besseres Tippen

Super unspektakulär und wahrscheinlich nur für mich ein Use-Case, aber dennoch bei mir auf allen Systemen installiert. EURkey von Steffen Brüntjen. Hierbei handelt es sich um ein Tastaturlayout "für Europäer, Programmierer und Übersetzer".
Als Europäer mit einer ANSI Tastatur ist das amerikanische / britische Layout immer noch nicht optimal. Wo ist das Euro Zeichen, wo sind meine Umlaute, etc. EURkey ist ein Layout genau für diese Zwecke. Ich kann nicht mehr ohne 9.

Das EurKey Layout

Dropshare, für Filesharing

Wenn man öfter Screenshots und Screen Recordings teilen will, dann nutzt man Dropshare. Es lädt alles was sich in meiner Zwischenablage befindet per Shortcut (oder Drag and Drop) auf meinen Webspace und gibt mir einen Link zurück. In meinem Fall nutze ich es größtenteils für Screenshots und Screenrecordings (die ich direkt aus Dropshare erstellen kann).
Auf Wunsch kann noch eine eigene Landingpage (auch mit eigenem Design) erstellt werden - hier eine Beispielseite mit einem Video.

Dropshare for Mac 4 kostet einmalig 25$. Alternative gibt es noch die Dropshare Cloud. Zur Cloudversion kann ich allerdings garnichts sagen.

Google Chrome, für so ziemlich alles

Nicht gerade ein Geheimtipp, aber so ziemlich der beste Browser für die Webentwicklung. Ich glaub es gibt nicht mehr zu sagen. Chrome. Ganz gut 10.

Helium, für ... für .. uhm ... schwebene Video Dingsda

Erinnert ihr euch daran als im Jahr 2016 Apple das Floating Video Feature im Safari vorstellte? Nun ich nutze Floating Window schon etwas länger - mit Helium. Helium starten, Video URL einfügen. Das wars.
Ich nutze Helium größtenteils für Netflix. Oder gelegentlich einen YouTube Podcast. Wie z.B. der im Thumbnail , der soll ganz gut sein.

Kostenlos, hier herunterladbar.

MoneyMoney, für Online Banking

Viele schwören auf Outbank, ich auf MoneyMoney. Bitte nicht von der etwas altbackenden Webseite täuschen lassen - MoneyMoney ist so ziemlich die beste App für OnlineBanking. Man hat einen schnellen Überblick über alle Konten, kann kategorisieren und sonst auch so ziemlich alles was man von einer Banking App erwarten kann.

Demo Screenshot von der Webseite.

Kostet: 25 Euro, die sich lohnen.

Numi, für Kalkulationen

Numi ist der universelle Rechner für mich. Wobei Taschenrechner eigentlich fast die falsche Bezeichnung ist. Mit Numi kann ich Berechnungen etwas Kontext geben.

Ich errechne mit ihm Stundensätze oder rechne Einheiten um. Ich kann Werte in Variabeln speichern oder alles direkt als Template exportieren und später erneut laden. Zum Beispiel habe ich ein Template für Stundensatz, Hotelkosten Reisekosten Kalkulation. Kurz - ich nutze Numi für alles, wofür sich keine Excel Tabelle lohnt.

Numi mit Beispielrechnungen

Kostenlos. Hier auf der Webseite.

Radiant Player, für Musik

Musik höre ich über Google Music. Warum? Als Android Nutzer ist die App Integration auf Android ziemlich gut. Ausserdem konnte ich meine komplette Musik auf Google Music hochladen und hab somit auch Titel zur Verfügung die auf keinen Streamingdienst verfügbar ist. Ausserdem zahle ich 7.99 statt 9.99 😉

Allerdings gibt es auf dem Desktop keine native App, nur den Webplayer. Generell habe ich nichts gegen eine gute Webapp, würde aber trotzdem gerne die Media Keys auf meiner Tastatur nutzen können. Mit dem Radiant Player for Google Play Music gibt es einen praktischen Webwrapper mit Zusatzfeatures. U.a. auch das Ansprechen von Media Keys, Skins, native Notifications, etc.

Die Weboberfläche von Radiant.

Kostenlos.

ScreenFlow, für Screen Recordings

Wer öfter Screencasts macht, braucht eine App die einem soviel Arbeit wie möglich abnimmt. Screenflow ist so eine App. Screenflow nimmt automatisch Webcam und Bildschirm auf, erlaubt einfaches Zoomen, zeigt gedrückte Tastenkürzel und Mausklicks und sehr gute Exportfunktionen.

Steam, für die Freizeit

Vielleicht nicht das meistgenutzte Programm auf dem Mac, aber ohne möchte ich auch nicht. Steam. Das Macbook Air kann zwar nicht viele Spiele spielen, aber Klassiker wie Prison Architect oder Papers, Please gehen immer.

Das wars?

Scheinbar - vermutlich habe ich noch etwas vergessen, aber dass sind ca. die Apps die bei mir täglich laufen. Und ich direkt wieder installiere wenn ich ein System mit OSX macOS aufsetze.

  1. Bis zu dem Tag an dem mir der Ladeanschluß durchgebrannt ist, ab diesem Moment konnte ich Emma nicht mehr laden und war nur noch dank des MacBook Akkus meiner Mitbewohnerin zu betreiben. Richtig. Damals konnte man noch den Akku wechseln. Eine Reparatur hätte laut Apple ca. 700 Euro gekostet, da das komplette Motherboard ausgewechselt werden müsste. Hätte ich mich für ein MacBook Pro entschieden, wäre die Reparatur trivial gewesen, da es an dem Gerät kein fest verlötetes Teil war. Witzigerweise passierte dies ca. einen Monat nachdem Apple Care abgelaufen war
  2. Ich war damals schon ein bisschen geflasht, 24 Zoll sind schon ein harter Wechsel wenn man jahrelang nur auf 13" geschaut hat.
  3. Dies war eigentlich nur als Übergang gedacht, eigentlich wollte ich 2016 auf das neue MacBook Pro warten, aber es kam und kam nicht. Darum fiel die Entscheidung auf das Air und es sollte nur als Übergangs Notebook agieren, die neuen Macbooks standen ja schließlich vor der Tür. Wie begeistert ich von dem dann wirklich 6 Monate später erschienenden Macbook Prowar, kann man sich denken - denn ich tippe diese Zeilen auf dem Macbook Air.
  4. Da ich aber dieses Gerät zu 90% für die Webentwicklung brauche, wird mir dass wohl nicht gelingen
  5. Sofern diese gut gemacht sind. Seitdem ich beispielsweise Gmail Nutzer bin, habe ich nie wieder das Bedürftnis gespürt eine App wie Thunderbird oder Outlook nutzen zu wollen
  6. Die gängige vorinstallierte Lösung RoundCube ist für mich unbenutzbar. Zwar dachte ich kurzzeitig mit Rainloop eine gute Alternative gefunden zu haben, aber ich habe schnell gemerkt dass die Komfortfunktionen die ein Gmail mit sich bringt, nur schwer zu reproduzieren sind
  7. Als ich auf der Suche nach einem guten Passwortmanager war, kostete die OSX Version ca 60 Euro, die Windows Version ca. dasselbe und die mobilen Apps jeweils 10 Euro. Da ich auf verschiedenen Systemen unterwegs bin wäre schnell in einem dreistelligen Bereich. Dazu die Gefahr dass es "Paid Upgrades" gab. Das jetzige AboModell sagt mir auch nichts zu, da ich von diesem Modell generell kein großer Freund bin
  8. Passwörter sind die sensibelsten Daten. Wenn ein Unternehmen seine primäre Einnahmequelle einfach so abstellt und alles dem Nutzer "schenkt", dann kann es nur Wechsel zu einem Datenkraken Modell werden. Bevor nun meine Passwörter dem höchstbietenden zum Kauf angeboten werden, schließe ich den Account lieber. Bei Passwörtern kann man ruhig paranoid werden
  9. Wobei ich mir ja auch schon überlegt habe auf Dvorak zu wechseln. Aber - ich denke dass mein 10 Finger Tippen mit einer meiner besten Softskills ist. Warum soll ich es wechseln? Ausserdem würde ich mein Muscle Memory ziemlich durcheinanderbringen - und wo hat man mal eben unterwegs eine Dvorak Tastatur rumliegen?
  10. Direkt danach kommt übrigens Firefox. Ist auch aus ethischen Gründen sogar vorzuziehen. Aber naja