Software und Apps auf Windows 10

Ich sammelte ja bereits letztens meine essentiellen Apps aus der macOS Welt. Die Fragen, die ich mir stellte, waren: Womit kommst du nur schwer ohne aus und welche Alternativen habe ich. Nachfolgend nun eine Liste eine vorläufige Liste mit Software.

Meine E-Mails bleiben in der Postbox

Damals gut - heute gut

Probiert habe ich zwei Apps. Das erste war Newton (ehemals CloudMagic). Auf dem ersten Blick eine minimalistische Alternative, insbesondere für Nutzer mit mehreren Inboxen. An sich fand ich die Nutzung sogar ziemlich intuitiv, aber leider hat es noch mit einigen Bugs zu kämpfen. Die App crashte einmal am Tag und manche Unterordner wurden erst aktualisiert nachdem ich den Ordner komplett gewechselt habe. Ganz egal wie oft ich den Refreshbutton gedrückt gehabt hab. Insbesondere nervig wenn man einen VPN Token erwartet. Der Preis von 50$ jährlich scheint mir hier noch keine gute Investition zu sein. Insbesondere, weil es 50$ im Jahr sind. 1

Und dann wäre da noch Postbox. Postbox nutze ich bereits auf macOS und ist auf Windows ein genauso gutes E-Mailprogramm wie auf macOS. Hier sehe ich keinen Grund zu wechseln. Es ist in jeglicher Hinsicht unspektakulär. Der Thunderbird Fork. sieht aus wie jedes andere Mailprogramm - links Seiteleiste, in der Mitte die Inbox, rechts die eigentliche E-mail. Aber es hat eine sehr gute UX, startet schnell und kommt gut mit mehreren Inboxes aus.

Ich probierte kurz die mitgelieferte Windows "Mail" App 2, war aber dann sehr froh Postbox zu besitzen.

Electron Apps...

... mochte ich auf macOS bislang nicht. Der Grund: Auf meinem MacBook Air haben sich diese immer sehr schnell dadurch bemerkbar gemacht, dasss diese einfach das ganze System ausgebremst haben. Es kann nicht sein dass eine Todolist Electron App mal eben 3GB Arbeitsspeicher verbraucht.
3.
Darum bin ich ganz froh wenn es eine gut gemachte Electron App gibt, anstatt einer schrottigen nativen App. Positiv erwähnen kann ich hier: Slack, Discord, Visual Studio Code oder Gitkraken (dazu später mehr).

Git

Von Kraken und Türmen

Git nutze ich grösstenteils über die Commandline (in Vim mit vim-fugitive, oder direkt über die Konsole). Wenn ich nun doch mal etwas mehr Übersicht brauche greife ich zur GUI. Getestet habe ich Git Tower und GitKraken.

Git Tower

Git Tower für Windows

Git Tower ist schonmal eins: Ziemlich gut. Die App ist schnell und übersichtlich. Sie lief in meinen 14 Testtagen stabil und hat mir eigentlich nie Grund gegeben sich zu beschweren. Der einzige Nachteil ist der Preis von 80$. Wie ich bereits erwähnte, Versionsverwaltung läuft bei mir meistens über die Kommandozeile ab. Also ein ziemlich hoher Preis für eine App die ich nur alle 2 Wochen für 5 Minuten öffne. Solltest man aber eine GUI brauchen ist Git-Tower the way to go.

GitKraken

GitKraken ist eine Multi-Plattform App auf Basis von Electron. Startet nicht ganz so schnell wie ein GitTower, bietet aber alle oft benötigten Git Operationen auf einem Blick und eine gute Bedienung. Ein Schwerpunkt wurde auf Übersicht und Branch Visualisierung gesetzt.
Die App ist kostenlos ("GitKraken is free for open source, educational, non‑profit, startups or personal use"), ansonsten kommt hier ein Abomodell mit ca. 50$ im Jahr zum Einsatz.

Sollte ich in Zukunft mehr mit einer Git GUI arbeiten muessen, wird es vermutlich auf Git Tower hinauslaufen.

Commandline

... dass wird dann wohl ein eigener Artikel. Wow. So schwierig. Zuviel Auswahl. Soviel vorab: Zur Zeit nutze ich die meiste Zeit nur wsltty.

Editoren

Hier hat sich nicht viel geändert. Vim mit Tmux auf WSL. Keinerlei Umstellung 4

Paketmanagement

Nerd Talk incoming

Hier habe ich 2.5 Optionen. Da Homebrew nur auf macOS verfügbar ist, war dies lange ein Grund für mich dem Mac treu zubleiben. Zu einfach war es mit Homebrew Pakete und Software zu installieren. Wer weiss wieviel Zeit ich sonst mit dem Lesen von Dokumentationen und make Befehlen verbracht hätte?

In der Windows Welt gibt es etwas was ansatzweise an ein Homebrew herankommt und sich Chocolatey nennt. Nach kurzer Benutzung scheint es mehr in die Brew Cask Sparte zu passen, d.h. eher für den Download von Apps als von Paketen. Ausserdem ist es teilweise propriertär und die Auswahl ist recht bescheiden.

Wie ich bereits vorher schrieb - WSL war für mich einer Gründe den Windows Schritt zu wagen. Denn das ermöglicht mir ganz neue Optionen.

  • apt-get - Dank des Ubuntu Unterbaus haben wir die ganze Welt des APT Paketmanagers verfügbar. Und aus meiner oberflächlichen Freizeit Linuxnutzung 5 habe ich gelernt: Wenn es als Paket verfügbar ist, dann ist auch mit APT runterzuladen. Was soll ich sagen - so ist es noch immer. Die Ubuntu Repositories sind nicht dafür bekannt zu sein standardmässig die aktuellesten zu sein, aber bislang habe ich noch immer ein aktuelles Repo gefunden. Da es nun auch möglich ist auf ArchLinux zu wechseln wäre diese ggf. noch eine Option.
  • Linuxbrew - Wer einen soften Umstieg möchte - der Linuxport von Brew (also Linuxbrew) ist durchaus eine Option. Alles was sich mit Brew brauen lässt, lässt sich auch mit Linux brew zusammenbrauen.
Apt Operationen unter Windows/WSL mit Ubuntu Core

Ich persönlich werde hier einfach auf APT setzen. Es ist bereits vorinstalliert und ich finde auch direkt alles. Ansonsten ist es erstaunlich dass wir jetzt 2,5 Alternativen zu Homebrew haben. Läuft bei dir, Microsoft.

Goodbye, Alfred.

Alfred, mein Alleskönner. Ich nutzte dich für alles. Nun bist du weg. :(

Gut, werden wir nicht überdramatisch, wenn es um das Finden und Öffnen von Apps reicht mir die Windowssuche aka Cortana6. Windowstaste drücken, lostippen, App offen. Ende. Da gibts auch nichts zu meckern oder zu vermissen. It just works.

Das Starten von Tasks oder Anzapfen von WebApis hingegen ist schwerer. Aber kurioserweise gibt es hier einen ganzen Stapel an Apps. Wox, Hain und Listary. Probiert habe ich nur Hain, aber es scheint mir genau dass zu machen was ich will. Es gibt alle Plugins die ich auch für Alfred hatte und recht performant. Bin zufrieden.

Quicklook

Ein Feature was ich auf macOS oft benutzt habe ist Quick Look bzw. die schnelle Dokumentvorschau durch Spacetasten Druck. So etwas gibt es auf Windows 10 nicht - zumindest nicht build-in.

Hier habe ich zwei Tools Apps Programme gefunden. Das eine heisst Seer und bietet alle Grundfeatures und ist erweiterbar bspw. fuer die Unterstuetzung weiterer Dateitypen. Allerdings scheint die Weiterentwicklung nur hinter einer Paywall zu stecken.

Darum bin ich jetzt auf Quicklook umgestiegen. Quicklook braucht keine Filetype Plugins und kommt generell näher an das Original. Quicklook gibt es auf Github oder direkt im Windows Store als UWP.

Office

Ich habe bisher keine Office Software benötigt und werde dieses auch in Zukunft nicht haben wollen. Wenn es wirklich mal sein muss - dann am ehesten etwas aus der Google Docs Suite.

Lunacy & Figma

Die Sketch Problematik

Sketch wird es vermutlich nie außerhalb der Mac Platform geben. Wenn ich eine Sketchdatei schnell nur öffnen will, nutze ich Icons8 Lunacy, eine kleine UWP App die schnell Sketchdateien öffnen und Artboards und Symbole anzeigen kann. Das Anzeigen von Farben und Abständen, sowie das Exportieren von Bildern, Texten, etc ist auch möglich und erinnert stark an die Funktionen eines Zeplin, in Offline.

Wenn es um die Erstellung von Inhalten geht, bin ich inzwischen bei Figma angekommen. Figma ist ein vollwertiges Designtool, mit starker Inspiration von Sketch, aber direkt im Browser nutzbar. Es ist aber anzumerken dass ich in letzter Zeit sehr wenig designt habe - ich deshalb nicht wirklich eine Langzeitmeinung habe. Ersteindruck ist aber schonmal ganz gut.

Password Management

Hier bleibe ich bei Enpass. Alternativen gibt es wie Sand am Meer, aber Enpass ist zur Zeit das einzige Password Managementtool was ich uneingeschränkt empfehlen kann. Es ist auf fast jeder Plattform vertreten, hat eine nutzbare UI, kostet einmalig 10$ (sofern man die Mobile App nutzen möchte) und hat keine Abofunktion.

OpalCalc

Kraut und Rüben.

Numi war auf macOS immer eine App auf die ich mich gefreut habe zu nutzen. Schnelle komplexe Kalkulationen mit Variablen, es hat mir irgendwie Spass gemacht. Auf Windows gibt es leider kein Numi. Die einzige Alternative die ich fand ist OpalCalc.

Windows hat einige Designsprachen. Sei es die Modern UI (oder Metro UI, oder "die Windowskacheln") oder seit neuesten Fluent Design. Opal Calc nutzt keine davon und setzt auf eine bunte "Irgendwas mit Vista" Optik. Oder Kraut und Rüben™ Design. Und dennoch scheint es der beste "Numi" Ersatz für mich zu sein. Traurig.

OpalCalc und Settingsmenü.

An sich kann OpalCalc aber alles was Numi auch kann. Es bietet einige Anpassungsmöglichkeiten und kann auch sonst alles was ein normaler wissenschaftlicher 7 Taschenrechner kann. OpalCalc gibt es als Demoversion (nur 5 Zeilen möglich), kostet ansonsten 15$.

Und die Webseite scheint gleichzeitig mit der Spacejam Webseite gelauncht zu sein. Autsch.

Homebanking

Der Siebte Kreis der Hölle

Als Freiberufler ist eine gute Finanzverwaltung schon ziemlich wichtig. Auf macOS hatte ich hier MoneyMoney - und war damit auch sehr glücklich. Und dann kam die Ernüchterung.
Ganz ehrlich - so ziemlich jede Windows Homebanking Software sieht so aus als hätte jemand VisualBasic Code auf eine Exceltabelle geschissen. Nach langem langem Suchen habe ich zwei Optionen gefunden die mir halbwegs zusagten.

Die Sparkassen App - Gut. Ich bin Sparkassen Kunde. Nutz ich halt die Sparkassen Windows App. Aber diese als gut zu bezeichnen wäre schon ziemlich übertrieben. Windowskacheldesign. Ich glaube es gibt Gründe warum dieses immer weniger oft zu sehen ist. Ausserdem: Es kann nur das Konto der Sparkasse eingebunden.

Banking 4 bzw. Banking 4w ist die einzige App die nur Ansatzweise an MoneyMoney herankommt. Die GUI ist (für eine Windows Banking App) halbwegs übersichtlich. Dazu gibt es automatische Filter und eine umfangreiche Filterung. Für Einzelkontennutzer ist Banking 4 kostenfrei, will man mehrere Banken einbinden ist eine Multibank Lizenz für ca. 20 Euro notwendig.

Banking 4W

Screenshots

Mein Ziel ist es mit möglichst wenig Aufwand einen Screenshot oder kurzen Screencast zu erstellen und diesen schnell bereitzustellen. Auf macOS war es Dropshare. Auf Windows hab ich wieder mehrere Alternativen.

Lightshot
Lightshot war einer der ersten Apps die ich fand, und die ich auch wenigsten nutzte. Der Vollständigkeit halber habe ich sie mal mit ausgewählt. Nach Aktivierung kann man den gewünschten Bereich auswählen und mit Pfeilen und Markierungen versehen. Anschliessend kann dieser entweder in der Zwischenablage gespeichert werden oder direkt auf die prntscr Webseite hochgeladen werden. Und wie man sieht mit allem was dazugehört. Werbung, Facebook Like Buttons, usw. Dass ist auch der Grund warum ich diese App eigentlich nicht empfehlen wuerde.

Monosnap
Die Funktionsweise von Monosnap ist ähnlich der von Lightshot, allerdings kann ich hier wählen wo der Upload stattfinden soll. So kann auch ein SFTP oder Cloudspeicher genutzt werden. Ausserdem ist hier - im Gegensatz zu Lightshot - auch Screencapturing möglich. MonoSnap kommt somit für mich am nächsten an Dropshare heran. Hier ein Beispielbild.

Windows Ink
Da ich in letzter Zeit nicht oft Bilder auf meinen Server hochlade und direkt aus der Zwischenablage in Slack / Dokumente einfüge nutze ich sehr oft das in Windows 10 eingebaute Windows Ink. Das ist zwei Mausklicks entfernt - erlaubt schnelles Highlighting auf dem Touchscreen und kann direkt in die Zwischenablage kopiert werden.

Weitere Alternativen: Greenshot oder ShareX.

Todo und Notes

Workflowy (beschrieb ich ja bereits an dieser Stelle) und Todoist 8.

Tastatur Remapping

Ein Feature was ich nicht oft brauche - aber mir wichtig ist: Capslock mit Ctrl belegen. Auf dem Mac ging dieses nativ in den Einstellungen bzw. alternativ über Karabiner. Auf Windows nutze ich Sharpkeys. Kostenfrei.

Sharpkeys, mit remapbaren Tasten

Zeal statt Dash

Dash ist eine Applikation die es erlaubt schnell in Dutzenden von Entwickler Dokumentationen zu stöbern. Auf Windows ist Dash nicht erhältlich - dafür aber Zeal. Und Zeal ist Dash. Fast 1:1. Und funktioniert genauso.

Was vergessen?

Bestimmt. Vermutlich wird diese Liste in Zukunft noch erweitert werden.

Changelog

  • 2017-10-07: Seer und Quickview hinzugefuegt
  1. Hat eigentlich irgendeine Software noch nicht auf ein Abo Preismodell umgestellt?

  2. Scheinbar sind sich Apple und Microsoft in dieser Hinsicht einig dass ein Mailprogramm "Mail" heissen muss. Sei's drum.

  3. Auf die Vor- und Nachteile von Electron will ich jetzt nicht eingehen - das Internet ist schon voll genug von Entwicklern die sich über Electron beschweren

  4. Naja, vielleicht doch - ich spiel gerade sehr viel mit Emacs, bzw. Spacemacs rum. Und so langsam denke ich dass Spacemacs der beste Editor ist, den ich in diesem Leben nutzen werde - aber auch hier - vermutlich wird dies ein eigener Artikel werden.

  5. Was auch immer ich damit meine.

  6. Text-only - ich sprech doch nicht mit meinem Laptop

  7. Irgendwann werde ich ja auch mal einen Cosinus ausrechnen müssen. Muss ja - in der Schule sagte man mir dass es wichtig ist.

  8. Es besteht eine Chance dass ich diese beiden Tools in naher Zukunft durch den Emacs Org-Mode ersetze