
Der dritte Teil von Carls Reise durch die Dungeon World wirft uns ins vierte Level (von 16 [1]) und in ein Labyrinth aus U-Bahnen namens "The Iron Tangle".
Der Boxershorts tragende Anarchist Carl, eine isländische Knetfigurfrau Katia, seine sprechende Katze Princess Donut (inzwischen mit fescher Sonnenbrille) inkl. eigenem Velociraptor-Haustier namens Mongo müssen das Rätsel des Iron Tangle lösen, um... ach, ich versuche gar nicht erst, die Story zusammenzufassen. Es ist alles sehr wild und ohne Kenntnis der beiden vorherigen Teile ein großer Spoiler.
Tatsächlich fand ich Anarchist’s Cookbook jetzt nur so mittelgut. Die größte Stärke des Settings ist, dass jedes Buch komplett anders sein kann; es wird sehr viel mit Szenarien experimentiert, und die Gefahr von Langeweile ist erst mal gering. Doch dies birgt auch die größte Gefahr: Sagen das Setting und die Prämisse einer Dungeon-Ebene nicht zu, ist das ganze Buch erst mal „meh“. Und das ist bei mir nun im U-Bahn-Labyrinth passiert.
Die Welt ist so verwirrend, dass der Autor selbst in einem Vorwort direkt sagt, dass man gar nicht erst versuchen sollte, diese Welt zu verstehen – und ich bin mir nicht sicher, ob ich das anstrengend finde. Denn ohne diesen Spannungsbogen bewegen sich die Protagonisten nur von Szene zu Szene und gucken, was passiert. Die Auflösung am Ende fand ich dann auch etwas underwhelming.
Zusätzlich hat sich Dinniman entschlossen, mittendrin eine der besten Figuren für eine Weile aus der Story zu entfernen – eine Figur, deren dramaturgische Aufgabe es ist, Hintergrundinfos sowohl an den Protagonisten als auch an den Leser zu vermitteln. Diese Ebene fehlt nun für einen großen Teil der Story.
Aber – ich meckere hier immer noch auf hohem Niveau. Zwar ist es das für mich uninteressanteste Buch bisher, aber dennoch war es alles andere als unspannend. Zwischendurch gab es immer wieder sehr schöne Momente und Ideen, und Dinniman weiß gängige Tropes aus Literatur und Popkultur einzubinden.
Es war halt nur einfach nicht so gut wie die vorherigen beiden Teile.
Funfact: Ich habe bei dem vorherigen Band das Sleeve nicht abgenommen, deswegen war ich umso überraschter dass das Hardcover noch diese kleine Überraschung bereit hält.... Cool!
