Eines der Dinge die ich in den Wohnungen andere Menschen mag, ist, das Inspizieren des Bücherregals. Nicht nur dass man dabei viel über eine Person lernen kann [1], sondern auch ob es nicht eine Inspiration für einen selbst gibt. Eine gute Buchempfehlung, von jemanden den man kennt, wiegt für mich mehr als ein roter "Spiegel Bestseller" Aufkleber. Und da gibt es einige Bücher die halt immer wieder auftauchen. "Extrem laut und unglaublich nah" von Jonathan Safran Foer ist so ein Kandidat [2], "Hitchhikers Guide to the Galaxy" vermutlich auch. Und halt tschick von Wolfgang Herrndorf.

Vor zwei Wochen kaufte ich es mir mit dem Gedanken dass "es so schlecht ja nicht sein kann, so oft wie ich es bereits gesehen habe" und "einen Film hat es ja schliesslich auch schon gegeben" [3]. Und heute morgen, unklar womit ich den Tag beginnen sollte, habe ich das Buch genommen und angefangen die Geschichte von Maik und seinen russischen Mitschüler Tschickk zu lesen, die sich aufmachten in einem geklauten Lada in die Walachei zu fahren.

Ca. 4h später las ich dann die letzte Seite und dachte "das war schön. Richtig schön". Das ist zum einen beeindruckend weil ich nicht weiss wann ich zum letzten Mal ein Buch von vorne bis hinten am Stück gelesen habe [4] und zum anderen aber auch nicht überraschend wenn man mit einer Nostalgie-Brille eines 37jährigen Mannes auf die Geschichte - erzählt aus der Perspektiven eines 14jährigen Jungen - blickt und sich genau so einen Roadtrip damals auch gewünscht hätte.

Einmal mit dem anderen Jungen, dessen Umgang mir meine Eltern vermutlich verboten hätten, auch ein Auto besorgen, einen Roadtrip durch Deutschland machen und irgendwie interessante Leute treffen. Unglaublich viele interessante Leute [5]. Subjektivität ist also bei meiner Meinung nicht gegeben. Und Filme/Bücher über Roadtrips und dem Begegnen anderer interessanter Menschen mag ich auch. David Lynch's The Straight Story zum Beispiel. Oder Im Juli von Fatih Akin. Oder Into The Wild.

Auf der Buchrückseite steht eine Kritik dass man noch in 50 Jahren dieses Buch lesen wird. Ich weiss nicht ob ich das so unterschreiben würde. Es ist kein "Der Fänger im Roggen", aber es war sicher eins: Unterhaltsam! Und dass fanden sicher auch all' die Leute die dieses Buch im Regal stehen hatten.


  1. Ein Regal ist als Reliquienaltar zu sehen. Wir stellen dort Dinge hin die uns gefallen und uns Freude bereitet haben oder es immer noch tun. Bilder, Pflanzen - und eben auch Bücher - die Art von Büchern die nicht in Schublade verschwinden oder im nächsten Bücherschrank oder "Zu Verschenken" Korb landen ↩︎

  2. In der Tat steht dieses Buch auch in meinen Regal, obwohl ich mich nicht erinnern kann es jemals gelesen zu haben oder mich auch am Entferntesten an seine Herkunft zu erinnere. Aber vielleicht ist dass ja bei jedem so, vielleicht hat sich ein Verlag einfach mal entschieden dieses Buch wahllos nachts in fremden Bücherregalen zu verteilen ↩︎

  3. Wobei ein vorhandener Film wirklich kein Qualitätsmerkmal ist. ↩︎

  4. Vermutlich war es "Das Parfüm" von Patrick Süsskind. Womit ich nicht sagen will dass es auf einer Stufe mit diesem Buch steht. ↩︎

  5. An einer Stelle besagt das Buch es selbst, die Chance nicht auf eine einzige schlechte Person zu treffen ist durchaus gering. Der Narrative wegen hab ich dies aber schon vorher einfach so akzeptiert. ↩︎

🚙 🚙 🚙 🚙 🚙

Auch an diesem Wochenende beendet - Hans Rosling's Factfulness. Einer der Bücher sich vor allem in Pandemiezeiten und der täglichen Bombardierung mit schlechten Nachrichten lohnen.

Gleich zu Beginn wird man mit einem Test begrüsst, 11 Fragen, verschiedene Themen wie z.B. wieviele Mädchen weltweit eine grundlegende Schulbildung genießen, wie hoch die Kindersterblichkeit weltweit ist, etc. Am Ende kann man 13 Punkte holen. Ich bekam 2. Und dass ist auch der weltweite Durchschnitt und der Grund warum dieses Buch eine Existenzberechtigung hat. Oder um es mit Roslings eigenen Vergleich zu sagen: Ein Haufen Schimpansen hätte der zufällig Bananen auf die richtigen Antworten verteilt hätte, hätte statistisch gesehen besser abgeschnitten als der Großteil der Menschen.

Factfulness ist eine realistischer Blick auf die Welt. Rosling zeigt wie man Nachrichten und Informationen lesen sollte, Denkfallen vermeidet und alles in Relation setzen kann. Und im Endeffekt kommt raus, dass die Welt nicht so schlimm ist, wie wir sie sehen und sich viele Dinge im letzten Jahrhundert gebessert haben. Ausser der Klimawandel - dass war ein sicherer Punkt - der ist durchaus real. Leider.

Für ein Non-Fiction Buch hat es sich ganz gut gelesen, fand aber einige der Beispiele etwas an den Haare herbeigezogen und einige Herangehensweisen waren etwas zu offensichtlich als dass sie so oft wiederholt werden müssten. Dennoch, ein wichtiges Buch, vielleicht das genau richtige Buch nach einem Jahr wie 2020 und 2021.

Aals ich zum ersten Maal ... _nein, stop, so fangen wir erst garnicht erst an, nochmal auf Anfang. Als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört habe, wollte ich es nicht so wirklich glauben. Ein Buch, welches sich mit Aalen beschäftigt, hochgelobt von der Presse, keine Fiktion oder Belletristik. Ein Buch über Aale. Wie kann das sein? Und jetzt, nach dem Lesen, versteh ich es. Das Evangelium der Aale ist ein großartiges Buch. Und nicht nur wegen der Aale.

Patrick Svensson - Das Evangelium der Aale

Vorab, ich habe keinerlei Vorinteresse am Thema "Aal" oder "Angeln" oder irgendwas was nur entfernt mit Fisch zu tun hat. Und dennoch hat mich das Buch von Seite 1 gefesselt.
Zum einen - ja - es geht um Aale. Herkunft, Metamorphose, Entwicklung, Geschichte. Und allein dass ist unglaublich spannend. Nein, wirklich, der Aal ist weit entfernt davon ein langweiliger Fisch zu sein [1]. Svensson schafft es Aristoteles und Sigmund Freud in diesem Buch unterzubringen. Ebenso wie Penisneid und der Frage was uns zum Menschen macht, was uns von Tieren unterscheidet und dem Sinn des Lebens [2].
Zwischendurch fragt man sich gelegentlich, was das ganze noch mit Aalen zu tun hat und dann kommt der Bogen zurück und man ist dem Fisch wieder etwas näher gekommen [3].

Und dann gibt es da noch diese persönlichen Kapitel, die Zeit in dem der Autor von der gemeinsamen Zeit mit seinem Vater erzählt. Wie sie Aale angeln gingen, sich vor dem örtlichen Angelverein versteckten, Reusen und andere Angeltechniken lernten und Nachts schweigend am Fluss saßen. In diesem Moment wird das Buch - nochmal: Ein Buch über Aale - super persönlich.

Vermutlich das beste Non-Fiktion Buch was ich in letzter Zeit gelesen haben und definitiv das beste über Aale.


  1. Umso trauriger dass er vom Aussterben bedroht ist ↩︎

  2. Auf letzteres gibt es leider keine Antwort, aber ehrlich, kurz dachte ich daran dass ich sie hier erfahren würde ↩︎

  3. Im Buch wird öfter Rachel Carson erwähnt, eine Autorin von Silent Spring, welche scheinbar sachliche Themen sehr gut mit Prosa vermischte, ohne irgendwie unwissenschaftlich zu sein. Vermutlich eine Inspiration für dieses Buch ↩︎

Black Pumas, wieder eine Band die komplett an mir vorbeigegangen. Und "Colors" ist wirklich ein Highlight des Albums. Und das soll was heissen - auf der "Expanded Deluxe" Edition befindet sich noch eine Coverversion von Death's "Politicians in my eyes" (einer meiner All-time Favorites) und Tracy Chapman's "Fast Car" - in einer Version die mir fast noch besser gefällt als das Original.

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Vielleicht erinnert sich noch jemand an den Film Cube. In diesem Film ging es um eine Gruppe an Personen, die sich in einem Konstrukt aus diversen, würfelförmigen Räumen wiederfinden, jede mit eigenen Todesfallen. Nach einem seltsamen zweiten Teil namens Hypercube, folgte im Jahr 2004 ein sehr billig produzierter dritter Teil namens Cube Zero. Dieser spielt zeitlich vor den anderen Teilen und konzentriert sich größtenteils auf die Personen die den Cube, und die Insassen überwachen.

Trotz starken Low Budget Look, hat mir Cube Zero irgendwie gefallen [1]. Ein weiterer Film, der wieder eine Gruppe von Leuten zeigt, die wieder auf unnötig komplizierte Art und Weise zu Schaschlik verarbeitet werden hätte es nicht gebraucht. Und nachdem der zweite Teil das Mysterium des Sinns des Cubes auf höchst langweilige Art und Weise aufgeklärt hat [2], war der Ansatz auf die Personen hinter dem Kubus, hinter dem Experiment, einzugehen eigentlich eine ganz gute Idee.

Achtung: Ab jetzt kann es zu kleinen Spoilern für den ersten Teil, Wool, kommen.

Wieso rede ich jetzt über Cube, wenn es hier doch um den zweiten Teil von Hugh Howey's "Silo" Reihe geht? Weil Shift denselben Weg geht. Es ist ein Prequel und erzählt die Geschichte des Silos, wieso es diese gibt, wer sie gebaut hat, was mit der Welt passiert ist. Und es gibt einen Perspektivwechsel, ähnlich zu Cube Zero. Wir sehen - zumindest teilweise - hinter die Kulissen der Silos, die Sicht der Aufpasser, der Wärter, der Beobachter (einfach passende Beschreibung raussuchen, eins davon wird wohl stimmen.).
Und tatsäçhlich ist es Howey gelungen den Grund der Siloexistenz auf fast nachvollziehbare Art und Weise darzustellen.

Alles in allem hat mir der zweite Teil viel besser gefallen als Teil 1 - dem ich alles in allem eher bei 3.5 / 5 gesehen habe [3]. Shift war flüssig zu lesen, die Charaktere waren nachvollziehbar. Die 570 Seiten waren schnell durchgeblättert. Der Abstand zwischen Teil 2 und 3 wird vermutlich kürzer sein als zwischen 1 und 2. Stabile 4.5/5.


  1. Auch wenn er alles dafür getan hat, mir genau dies schwer zu machen. Softpornooptik, hölzerne Schauspieler, ein Antagonist aus einem Comicbuch, etc ↩︎

  2. Spoiler: Dies ist der Grund wieso ich Hypercube nicht mag. Teil 1 war "sie benutzen den Cube, weil es ihn gibt". Teil Zwei dann - "Ne, Militärexperimente oder so, who cares". ↩︎

  3. Ja, Dinge in Kommazahlen bewerten ist seltsam. Vermutlich werde ich demnächst entweder auf 10 Punkte oder ein einfache "Daumen hoch/runter" Prinzip wechseln ↩︎

🧽 🧽 🧽 🧽 🧽

Mark Kozelek ist ... keine Ahnung, hat aber gefühlt 400 Alben auf Spotify. Und Jimmy LaValle ist... weiss auch nicht. Beide kannte ich nicht bis sie mir am Montag in meine Discover Weekly gespült worden sind. Kozeleks Stimme auf elektronischen Synthklängen wirkt aber irgendwie beruhigend. Und der Songtext ist zumindest interessant und lässt Raum für Interpretation.

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Das war er, der vierte Teil der Murderbot Diaries - eine Serie die ich vor allem deswegen abgefeiert habe weil sie a) Murderbot Diaries heisst und b) Murderbot eigentlich seinen Job als SecUnit eher "als nervig aber muss gemacht werden" ansieht, eigentlich aber nur den ganzen Tag in Ruhe seine Serie gucken will. Da kann ich, und scheinbar auch viele Rezipienten auf Goodreads nur sagen: "Kenn ich".

Cover: Martha Wells - Exit Strategy - Murderdiaries #4

Dieser Teil - der gleichzeitig auch der letzte Teil der als Novelle/Kurzroman erschienen ist - war schonmal besser als Teil 3. Das lag daran dass die allgemeine Heldenreise nun zu einem Schluss kommt und dieser Teil nicht als Füller wirkt. Wir treffen wieder auf Figuren aus dem ersten Band und beenden mehr oder weniger den Storybogen. Auch ist es dieses mal kein "Murderbot trifft auf eine austauschbare Gruppe von Menschen, beschützt sie vor irgendwas", sondern eher ein "Murderbot trifft auf eine Gruppe etwas besser ausgearbeiteter, austauschbarer Figuren und rettet Sie vor irgendwas, was dieses mal aber Bezug zur Story hat und irgendwie wichtiger erscheinen ist".

Alles in allem war der Abschluss in Ordnung, aber als Serie wurde hier viel Potential nicht ausgeschöpft - qualitativ mit einer Netflix Produktion vergleichbar, die man beginnt, aber im Mittelteil auch mal einfach sein Smartphone rausholt und rumsurft und was anderes macht, da es sich nirgendwohin zu entwickeln scheint..

Die Geschichte geht zwar jetzt in einer richtigen Romanreihe weiter, bin mir aber noch nicht sicher ob es weiter verfolge. Im Bereich SciFi gibt es vermutlich besseres.

Bill Callahan, lange Zeit als Smog unterwegs, macht so eine Art LoFi Folk Singer Songwriter Kram, und das schon seit sehr langer Zeit. Sagt zumindest Wikipedia. Das ganze Album "Sometimes I wish we wer an eagle" ist großartig und es war schwierig jetzt nur einen Song rauszupicken. Und da es noch eine ganze Diskographie zu entdecken gibt, bin ich sehr gespannt wann ich mir ein Bill Callahan T-Shirt kaufe.

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Vor einigen Wochen suchte ich ein Buch dass man auch "zu Zweit" lesen konnte. Vorlesen, Mitlesen, Diskutieren, etc. Kurz darauf sah ich dieses Video von Merphy Napier und einen Tag und eine epidemiebedingte Click-and-Collect Bestellung in einer örtlichen Buchhandlung [1] später hielt ich es in meinen Händen. Aufgrund von "Is' halt so" fiel der ursprüngliche Grund des Kaufes allerdings aus, aber das hat mich nicht davon aufgehalten dieses Buch zu lesen. Und: Was soll ich sagen - es war großartig.

Es hätte 6 Sterne verdient, weil ich sonst nie mehr guten Gewissens etwas ein 5-Sterne Rating geben könnte.

Ein Mann namens Ove

Dieses Buch ist jetzt kein Geheimtipp: Das Buch war der Durchbruch für Backman, die Fachpresse hat sich weltweit überschlagen. Die gleichnamige Verfilmung gehört zu den erfolgreichsten Filmen Schwedens und eine Hollywood Adaption mit Tom Hanks ist wohl auch in Arbeit.

Um die Ausgangssituation zu beschreiben - es geht um einen Mann namens Ove (wow), dessen Charakter für mich eine Mischung aus Clint Eastwood's Protagonist in Gran Torino und Dr Sheldon Cooper ist und in einer Reihenhaus Siedlung in Schweden lebt. Mehr will ich nicht sagen, sollte ich aber noch eine Contentwarnung für das Thema "Selbstmord" aussprechen.

Ich will garnicht großartig auf die Geschichte eingehen. Empfehle sogar - sofern möglich - nichts über das Buch zu lesen und den Klappentext zu ignorieren und es einfach auf sich zukommen zu lassen. So hab ich das Buch mehr oder weniger konsumiert und wurde an manchen Stellen stark überrascht wohin die Geschichte sich entwickelt.

Das erste Viertel fand ich nur ganz unterhaltsam. Einfache Vorstellen der Figuren und des Settings - unspektakulär aber unterhaltsam, Teile der Geschichte kamen mir aus dem bereits erwähnten Gran Torino bekannt vor. Und dann, nachdem die wichtigsten Figuren und Eigenschaften etabliert waren, passierte es: Ich habe noch nie bei einem Buch soviel lachen müssen - nur um dann ein paar Seiten, manchmal auch nur Zeilen - später mit Tränen* zu kämpfen. Manchmal auch gleichzeitig. Und dass ist keine Übertreibung, so starke emotionale Emotionen hat kein Buch zuvor bei mir ausgelöst.
Tragödie und Komödie, so gut vereint, gepaart mit herzerwärmenden Charakteren. Wie gesagt: 5+1 Sterne


  1. Ich denke Amazon hat schon genug an mir verdient, weswegen ich diesen Laden gerade Stück für Stück aus meinem Leben verbanne. Späte Einsicht, aber vielleicht nicht zu spät ↩︎

Als ich ca 10 oder 11 Jahre alt war, habe ich zu Weihnachten das Buch "Brennen muss Salem" von Stephen King bekommen. Natürlich kannte ich den Namen Stephen King, war er doch der Autor all' dieser Filme die ich alle nie sehen durfte. Und der deutsche Titel Brennen muss Salem zusammen mit der Erwähnung von Vampiren im Klappentext. Das Versprach (meinen prä-pubertierenden Ich) doch schon eine brachiale Action [1]. Oh Boy, lag ich da falsch. Was ich bekam war die Beschreibung einer amerikanischen Kleinstadt in den 70ern, die halt zufällig ein Vampirproblem hatte. Die tauchen (zumindest in meiner Erinnerung) auch nicht vor der Mitte auf. Wichtiger war die Geschichte des Milchmanns, die Probleme des Priesters oder die Vorgeschichte des Marston Hauses.
Am zweiten Weihnachtstag hatte ich das Buch (immerhin knapp 600 Seiten) dann auch direkt durch, und ich erinnere mich, dass ich es in den folgenden Jahren noch mindestens zwei weitere Male gelesen habe.

In den folgenden Jahren habe ich noch viele weitere King Bücher gelesen. Viele davon waren durchwachsen bis hin zu "grober Unfug", aber trotzdem, eines kann King. Kleinstädte und Gemeinschaften zum Leben zu erwecken [2].

Irgendwann wurde der Name Stephen King ein Meme, ein Autor der nicht für höchstgradig komplexe Geschichten bekannt wurde, in einer Liga mit Dan Brown. Man wird meist unterhalten, aber irgendwie kommt es einen wie ein Guilty Pleasure vor, nichts womit auf Partys flexen konnte. Ich selber bin dann schlussendlich auch aus King herausgewachsen. Ich las noch die Dark Tower Bücher, aber danach hatte ich auch einfach keine Lust mehr.

Stephen King - Der Anschlag

Ok, gut, das war meine Vorgeschichte zu Steven King [3] - und kommen wir nun zu dem aktuellen Buch. Der Anschlag - oder 11-22-63 wie es im Original heisst. Ein 1000 Seiten dickes Buch und ein ganz schöner Klotz in der Hand.

Grob umrissen geht es um den Lehrer Jake [4] der ein Portal in das Jahr 1959 findet und die Aufgabe bekommt die Vergangenheit zu verändern - in dem er den Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy verhindert.
Da das Portal - wie erwähnt - allerdings ins Jahr 1959 führt, der Anschlag aber erst vier Jahre später stattfindet ist der Protagonist nun gezwungen die Zeit in der Vergangenheit zu leben. Zusammen mit einem Back to the Future Sport Almanach macht er sich also auf um die Welt der 60er zu erkunden.

Nun was soll ich sagen - das Buch stand lange bei mir im Regal. Wie ich erwähnte hatte ich Vorurteile gegen King und es gab noch soviele andere Bücher. Als dieses Buch nun aber immer wieder in diversen Blogs und Videokolumnen erwähnt wird, musste ich es aber dann schlussendlich doch lesen - und was soll ich sagen - es hat Spass gemacht. Zum einen weil ich Zeitreisefilme/geschichten/bücher mag und King ein halbwegs funktionierendes, aber nicht überspezifisches Zeitreise Regelwerk nutzt (was genug Fragen offen lässt um weiter drüber nachzudenken) und weil wieder eine Gruppendynamik beschrieben wird. Da die Schauplätze immer wieder wechseln fallen die beschriebenen Personen durchaus kleiner aus, aber zum Ende hin kann ich sagen dass alle wichtigen Figuren ausgearbeitet waren.

Nur, und dass ist ein subjektives Nur - der Mittelteil [5] hat sich an manchen Stellen etwas gezogen:

(Achtung: Minimale Spoiler) Sicherlich ist für einen amerikanischen Leser die überdetaillierte Beschreibung des Attentäters inklusive Minutenprotokoll spannender als für einen europäische Leser. Es gab mehrere Abschnitte in den einfach nicht viel passiert. In der Tat fand ich fast den ganzen Observations-Teil mit Oswald so spannend wie Frühstücksfernsehen und die Geschichte nahm immer erst wieder Fahrt auf wenn es sich nicht um genau diesen drehte. Alles in allem hätte dieses Buch vermutlich nicht 1000 Seiten lang sein müssen, vermutlich hätten ein Fünftel des Buches auch fehlen können, es wäre immer noch eine gute Geschichte gewesen. Vielleicht sogar noch etwas besser.

Im Endeffekt - ich hatte viel Spass mit dem Lesen. Kurzweilig, halbwegs clever, genau dass was man von einem Dan Brown Stephen King erwartet und irgendwo in meiner Top 5 aller Stephen King Bücher [6]. Ich würde mich sogar trauen dieses Buch in der Öffentlichkeit zu lesen - und dass soll was heißen.


  1. hatte ich doch gerade erst From Dusk Till Dawn gesehen. Vampire waren awesome! Im Gegensatz zu heute wo diese nur noch etwas funkeln wenn sie zuhause in der Sonne stehen ↩︎

  2. Sei es die Stadt Salem's Lot, die grüne Meile, der Supermarkt im Nebel. Ich würde sogar behaupten, dass King ein ganz guter Autor ist... solange er keine "Horror" Bücher schreibt. Aber da sind andere Leute vermutlich anderer Meinung. ↩︎

  3. War sie nötig um diesen Text zu lesen? Nein. Ganz sicher nicht, aber gibt diesem Text doch einen persönlichen Touch, nicht? ↩︎

  4. Neben Kleinstädten ist das auch so ein Stephen King Trope - der Protagonist ist oft ein Intellektueller, King projiziert sich oft scheinbar selber in seine Figuren ↩︎

  5. Das Wort Mittelteil bei 1000+ Seiten hat natürlich ein anderes Gewicht. Genauer war es eher der mittlere mittlere mittlere Teil. ↩︎

  6. Ungeranked sind die anderen Bücher das eingangs erwähnte Salem's Lot, Frühling Sommer Herbst und Tod (Kurzgeschichten Sammlung, welche u.a. Shawshank Redemption enthält, The Stand (wird vermutlich dazu bald mal einen Re-Read geben) und The Green Mile. Und auch erwähnenswert: Die Kurzgeschichte Der Nebel (enthalten in der Kurzgeschichtensammlung Blut (Skeleton Crew), vielleicht sein einzig gutes Horrorbuch. ↩︎

Der dritte Band der Murderbot Diaries und dieses mal zieht es Murderbot auf einen ... ach ist eigentlich auch egal. Murderbot landet irgendwo, trifft wieder mal eine Gruppe von Menschen, beschützt Menschengruppe vor irgendwas mehr oder weniger gefährlichem, reist zum nächsten Ziel. Buch Ende.

Martha Welles - Rogue Protocol

Urgs, was war dass denn? Mochte ich Band 1 und 2 der Murder Diaries ja echt gerne, ist Rogue Protocol ein Totalschaden. Band 3 war dieselbe Geschichte wie Band 2 - was wieder eigentlich dieselbe Geschichte wie Band 1 war - konnte es hier aber verzeihen, u.a. weil Murderbot einen interessanten Companion (ART) hatte und die großte Story Arc etwas weitergetrieben wurde. Anders als nun im dritten Band.

Die Story Arc wird in keinster Weise weiter geführt, Murderbot's Gedanken hatten nicht mehr viel mit dem psychisch labilen Introvertierten Bot zu tun, der eigentlich nur seine Serie weiter gucken sollte, sondern waren einfach nur - lahm? Beendete das Buch vor 3 Wochen und kann mich nicht mal mehr erinnern was jetzt das Hauptmotiv in der Geschichte war, die menschlichen Charaktere waren ALLE austauschbar, der andere vorkommende Roboter (Name schon wieder weg) war ein schlechter Abklatsch von ART. Also, das Buch hat 150 Seiten, in großer Schrift, aber der Lesefluss war wie 2000 Seiten langer Kaugummi. Also so Kaugummi dass nach 3x Kauen den Geschmack verliert und dann kaut man nur noch drauf rum weil gerade kein Mülleimer in der Nähe ist. In der Tat hab ich gerade mehr Lust über Kaugummi zu schreiben als über das Buch. Was ist euer Lieblingskaugummi?

Vermutlich werde ich Teil 4 auch lesen, aber mit weit zurückgesteckten Erwartungen.

Band 1 der Silo Trilogie. Ausnahmsweise kein SciFi, kein Fantasy, einfach mal ein dystopischer Roman. Wenn die Protagonistin 15-20 Jahre jünger wäre würde es vermutlich gut in das Young Adult Genre passen, dass vor ein paar Jahren mal einfach überall war (z.B. Red Rising, Hunger Games, etc).

Wool - Hugh Howey

Stellt euch vor ihr die Welt ist kaputt und ihr seid mit mit einem Haufen Leute seit unzähligen Generationen in einem Silo eingesperrt. Inklusive einer wohlwollenden Diktatur, einer Art Deep State und Gedankenverbot - wer raus will - darf raus - aber nicht wieder rein.

Alles in allem hatte ich eigentlich viel Spass mit Wool. Schöner kleiner Mikrokosmos, ein paar interessante Charaktere und ein paar Plottwists von denen ich nur die Hälfte habe kommen sehen. Der vierte Part (in diesem Band) hat sich meiner Ansicht nach etwas gezogen und hat die Geschichte kaum weiter geführt und eine Stelle hat mich an einen miesen Netflix Cliffhanger erinnert, aber sonst - mir hat das Lesen Spass gemacht und Teil 2 wird bestimmt bald folgen.

🧽 🧽 🧽 🧽

(Der Text ist viel länger geworden als geplant, und ist noch nicht wirklich Probe gelesen, wollte ihn aber endlich schnell veröffentlichen da ich gerade einen Bücher Rückstau habe, den ich hier gerne in Textform abarbeiten würde. There will be Errors and seltsame Sätze.)

Ca. im Jahr 2005 - ein Jahr dass mir garantiert nicht vorkommt als wäre es 15 16 Jahre her - war ich bei einer Bekannten zu Besuch. Und diese zeigte mir das ganz große neue Ding. StudiVZ. Ein soziales Netzwerk dass Studenten miteinander verbinden sollte. Man konnte sich anmelden und ganz plötzlich war man mit Kommilitonen verbunden, diese konnte man "gruscheln".

Zusätzlich konnte man nach Leuten auf der Uni (oder anderen Unis) suchen und sah über diverse Verbindungen über wieviele Ecken man jemanden kennt. Wahnsinn. Der Beginn des Social Media [1]!

Digital Minimalism by Cal Newport

War wir nicht wussten - uns aber eigentlich auch egal war - StudiVZ war ein Klon einer amerikanischen Webseite - thefacebook.com. Kannte in Deutschland keiner, und diesen Umstand hat sich damals StudiVZ zum Vorteil gemacht und einfach alles schamlos geklaut [2].

Spulen wir 15 Jahre vor. StudiVZ ist nur noch ein Witz den jeder gelegentlich in die URL Zeile des Browsers eingibt - nur um zusehen ob es noch existiert und um über den sinnfreien Beitrag des Bekannten 5. Grades in der Buschtrommel Box zu sehen, welcher unbedacht vor 10 Jahren witzig gemeint war.
Facebook dominiert inzwischen den Weltmarkt, kaufte Apps wie Instagram und Whatsapp und ist eins der lukrativsten Unternehmen der Welt. Facebook ist mehr als eine Social Network. Es ist ein Shop, eine Werbeplattform, eine Datenkrake, ein Spieleentwickler (inkl. Hardware), ein Tech Gigant. Zwar ist die Jugend nicht mehr auf Facebook, dafür aber deren Eltern [3]. Mit Facebook werden Wahlen beeinflusst und Verschwörungstheorien gepusht. Facebook ist nicht mehr ein cooles Unternehmen - Facebook ist (zumindest aus meiner Sicht) eines der größten Probleme der Welt geworden.

Wobei Facebook nicht das Problem ist - das wahre Problem ist, dass Social Networks wie Facebook, Twitter, Instagram auf einem Hack beruhen. Einen Feedback-Belohnungs Hack. Den User belohnen, mit Notifications und einem vermeintlichen Mehrwert, mit anscheinend tiefen Unterhaltungen, sowie die Gewissheit dass man jetzt mit allen Verwandten, Freunden und Bekannten xten Grades ja verbunden ist und immer nur einem Like entfernt ist um bei deren Leben teilzuhaben. Wir unsere Meinungen jederzeit teilen können - mit 687 verschiedenen Leuten - die wir größtenteils nicht kennen, aber deren Fav und Retweet uns mehr wert ist als ein Mindestlohn im Servicebereich. Darüber können wir dann ja auf Clubhouse diskutieren. Und das alles in unserer Hosentasche. Immer. Überall.

Digital Minimalism

Hier kommt "Digital Minimalism" ins Spiel. Cal Newport - von einigen als Prophet der digitalen Welt gesehen [4] - zählt in dem Buch wunderbar all die Gründe auf kein Social Media zu nutzen, oder zumindest so zu nutzen dass man einen Nutzen daraus erzielen kann, ohne ins DoomSwiping und Scrolling zu gelangen. Garniert mit Beispielen aus der Weltgeschichte und seiner eigenen Leser. Alles ergibt Sinn, es passt.

Nach der einführenden Definition von "Digital Minimalism" gehts weiter mit praktischen Tipps. Spaziergänge machen - ohne Telefon, Nicht auf Likes klicken, Social Networks bewusst nutzen, sich Stück für Stück sein Leben zurückholen - ohne Bildschirme. Das wars - 5 Sterne. Wirklich.

Sofern ihr merkt dass Apps euch eure Freizeit stehlen und euch wieder 30 Minuten fehlen weil euch euer Twitter oder Instagram Feed ins Doomswiping getrieben habt (obwohl ihr nur das Wetter schauen wolltet), dieses Buch wird keine schlechte Investition sein. \

Und jetzt?

Und jetzt nach etwas über 30 Tagen ist dies mein aktueller Stand an Entwicklungen:

  • Generell wird mein Smartphone nicht mehr am Bett oder im Schlafzimmer geladen. Distracting Apps werden entweder gelöscht, deinstalliert oder mit einem (Android) Digital Wellbeing Timer versehen, d.h. ich erlaube z.B. Instagram nur 5 Minuten am Tag. Genug Zeit um ein Bild hochzuladen.
    Das Telefon bleibt größtenteils im DnD Modus (entdeckte bei meinem Pixel 5 dass ich hier einfach nur das Display zur Tischseite drehen musste, praktisch).

  • Mein Smartphone wird ist ab 22 Uhr mehr oder weniger nur noch ein Device für die Uhrzeit und das Einspeichern von Erinnerungen für den nächsten Tag. Mein Plan es nicht mehr im Schlafzimmer mitzunehmen ist gescheitert, was aber nicht schlimm ist, da dort eigentlich nichts mehr Ablenkbares zu finden ist und meine Einschlafprobleme stark abgenommen haben [5].

  • Facebook hatte ich noch nie als App, fand es immer relativ unspannend und das Konto ist auch seit einiger Zeit gelöscht. Kein Problem.

  • Reddit: Reddit ist vermutlich meine Nummer 1 Addiction. Ich liebe Reddit. Aus meiner Sicht kein Reddit ist so gut wie alles, egal welches Thema mich gerade interessiert, ich finde dort vermutlich ein paar Enthusiasten und Inspirationen. Ich glaube fast dass ich aus Reddit Value erziele. Nur vermutlich nicht mit der Zeit die ich investieren. Es ist vermutlich ungesund Reddit in jeder freien Minute zu konsumieren. Morgens nach dem Aufstehen, Abends vor dem Einschlafen, dazwischen in jeder Situation. Das ist eindeutig zuviel. Deswegen ist Reddit jetzt nicht mehr auf meinem Smartphone. Es ist ungewohnt. Sehr ungewohnt. Aber definitiv notwendig.

  • Instagram: Mein Instagram Feed selbst ist nur eine Ansammlung von Wolkenformationen, seltsam ausgeleuchtete Straßen und obskure Motive. Was wirklich schlimm ist, und deswegen eindeutig Kategorie "Giftschrank" - Stories. Man kann locker 30 Minuten oder länger einfach random Stories oder Reels anschauen. Und das schlimmste ist - es interessiert mich nichtmal - ich sehe direkt dass das alles hier eine große Zeitverschwendung ist. Aber trotzdem - ein Video noch. Ein Hoch auf UI Designer. Ich hasse euch.
    Und trotzdem hab ich es auf mein Handy gelassen. Ich würde trotzdem noch weiterhin Wolkenformationen, ausgeleuchtete Räume und Strassen, sowie obskure Motive irgendwo hochladen. Für mich. Dafür hab ich einen Digital Wellbeeing Timer von ca. 5 Minuten, das erlaubt kein Story Doomswiping. Und ja, Instagram hat es wirklich verdient eigentlich als erstes gelöscht zu werden. Naja.

  • Twitter: Irgendwie mag ich Twitter, mich interessiert was die Leute dort schreiben. Twitter war immer ein besseres Social Network als Facebook (was garnicht in dieser Aufzählung auftaucht, FB ist seit einiger Zeit weg). Aber auch in einem Twitterfeed kann man sich verlieren - eh' man sich versieht hat man auch hier zuviel Zeit verbracht, sich aufgeregt, Dinge "für später" gefavt (und nie wieder angeschaut) usw. Und am Ende ist es egal, am nächsten Tag interessiert sich keiner mehr für die Aufreger des Vortags. Nur das eigene Profil ist eine Auflistung von Snapshots Beiträgen zu "sehr wichtigen Themen".
    Twitter ist von meinem Smartphone geflogen und auch aus allen Desktop Applikationen ausgeloggt.

  • Twitter: Hier stand ein Text dass ich Twitter vermutlich irgendwie vermissen werden, aber nach gut 30 Tagen ohne Twitter App und nur Konsum nach externer Verlinkung - ich vermisse es garnicht. All' die Aufreger und Shitstorms sind etwas was so mal überhaupt nicht in meinen Leben fehlt.

  • Netflix & Co.: Schaue ich gerade kaum noch. Aktuell interessiert mich einfach nichts. Tja. Bisschen Doof eigentlich das Abo zu behalten. Zumindest hab ich den Vorsatz kein Netflix mehr "einfach so" zu starten, nur noch gezielt.

  • YouTube: Abos stark aufgeräumt, waren es vorher wenige, sind es jetzt halt noch weniger. Nutze es eigentlich nur noch am Fernseher für Nachrichten (weil ich die 20 Uhr Tagesschau verpasst habe) und Musik. Und wo wir schon dabei sind...

  • News: Irgendwann war mir mal wichtig dass ich mich weit und aus verschiedenen Medien informiere. Das umfasste auch alle möglichen Newsseiten von Taz, Spiegel, FAZ, Zeit. Das ist vorbei. Mir reichen kurze 100 Sekunden Newspodcasts am Morgen und die Tagesschau um 20 Uhr. [6]

  • Steam: Mein Gamingkonsum ist in den letzten Monaten so stark zurückgegangen (vielleicht mit einer Ausnahme von Cyberpunk 2077 und der Entdeckung von Dyson Sphere Program), dass ich hier aktuell wirklich kein Problem habe. Ehrlich. Ich kann jederzeit Aufhören.


  1. Ja, es gab damals auch Seiten wie Friendfeed oder MySpace, aber es war nicht dasselbe. Friendfeed war eher in den USA zuhause, MySpace zwar international, verbarg sich aber hinter ein so schlechten UX (es gab bestimmt Gründe warum danach NIE wieder eine Social Network es erlaubt hat sein Profil mit HTML anzupassen) dass es praktisch jeden abgeschreckt hatte, der nicht gerade in einem Emo Kult (Eine interessante Subkultur mit auftoupierten Haaren, Makeup und sehr viel karierten Vans Slippern, vornehmlich anzutreffen am Samstag Nachmittag am Bremer Hauptbahnhof) beigetreten ist. ↩︎

  2. Wenn ich mich richtig erinnere, hieß selbst die CSS Datei facebook.css ↩︎

  3. Die Jugend ist inzwischen zu den Untermarken wie Instagram abgewandert ↩︎

  4. Hallo Marcel ↩︎

  5. Vielleicht liegts am Handy nicht benutzen? Oder am Melatonin? Vielleicht auch an meiner Einschlafplaylist. Ist ganz gut. ↩︎

  6. Wenn jetzt irgendwer meint mir wütende E-Mails schreiben zu müssen die die Worte "Staatsfunk" und "Lügenpresse" beinhalten, bitte sehen Sie davon ab, schließen Sie den Browertab und vergessen Sie jemals hier gewesen zu sein. Gerne auch etwas das eigene Verhalten reflektieren. Danke. ↩︎

"The Blade Itself" [1] ist der erste Teil der "First Law" Reihe. Diese gilt als eine der besten Fantasy Reihen der letzten Jahre und eine Empfehlung von George R.R. Martin [2] macht den Rest der Überzeugungsarbeit. Ausserdem habe ich in 2020 eh zuviel SciFi gelesen, wieso nicht mal was neues.

The Blade Itself - Joe Abercrombie

Es geht um einen Barbaren, eine zahnlosen, verkrüppelten Inquisitor, einen eingebildeten Jüngling und einen scheinbar unsterblichen Magier. Wie das alles zusammen passt, ja, das erfährt man ansatzweise kurz vor Schluss [3]. Und dass ist auch mein Hauptkritikpunkt an dem Buch: Das Buch ist 500 Seiten lang, aber erst auf dem letzten Meter gibt es eine grobe Richtung. Sowas stört jemanden wie mich schon stark, ohne ein sichtbares Ziel erschien mir das Buch etwas orientierungslos [4].

Ärgerlich, denn das Buch ist durchaus als Setup einer Fantasy Reihe geplant - weshalb sich dieser Teil stark auf World Building [5], Lore und Charakteren fokussiert. Und das war durchaus vielversprechend. Es gibt keine Schwarz/Weiss Zeichnung, Figuren entwickeln sich, und alles in allem würde ich gerne mehr von dieser Welt sehen. Insbesondere von dem Inquisitor, der scheinbar die magische Fähigkeit des Off-Kommentars besitzt.
Und auch einige Tage nach Beenden des Buches gehe ich gelegentlich in Gedanken immer wieder zurück in diese Welt und frage mich wie es weitergeht.


  1. Toller Titel, viel besser als "Kriegsklingen", wie das Buch unpassend im Deutschen heißt ↩︎

  2. Freunde nennen ihn auch George R.R. "Ich bin wahrscheinlich unsterblich und lasse mir noch ein paar Jahrzehnte Zeit mit den Buchfortsetzungen von Game of Thrones, das Kind ist mit den mieserablen letzten beiden Staffeln der Serienumsetzung eh in den Brunnen gefallen" Martin ↩︎

  3. An einer Stelle sagt der Barbar Logen so etwas wie "Ne, ich will nicht wissen wohin es geht und was wir machen, ich lasse es auf mich zukommen" - Eine Einstellung die ich beneide, aber mal ÜBERHAUPT NICHT nachvollziehen kann ↩︎

  4. Achtung: Leichte "Game of Thrones" Spoiler. Nehmen wir nochmal "Das Lied von Eis und Feuer" von Martin: Direkt im ersten Kapitel werden wir mit der Gefahr der Whitewalker konfrontiert, danach kommt auch sehr viel World Building und Lore, aber wir wissen "Es ist eine Reihe" und "Auf kurz oder lang wird dass am Ende eine große Rolle spielen". Als Leser habe ich hier ein Ziel vor Auge ↩︎

  5. Leider verzichtet Abercrombie (oder der Verleger) auf das Beilegen einer Weltkarte, es gibt soviele Ortschaften und Länder - ich war froh dass es bereits detaillierte Karten der Umgebung im Netz gibt. ↩︎

Reading Challenge 2020

January 2, 2021

2020 ist - endlich - vorbei und vor uns das Jahr 2021, dass jetzt schon nicht schlimmer werden kann als dieses Kackjahr [1].
Wenigstens habe ich mich mit der neu gewonnnen Pflichtfreizeit arrangieren können und ein paar Bücher lesen können. 25 dieses Jahr. 10.058 Seiten, sagte zumindest Goodreads. Also zwei Bücher im Monat, was aber nur statistisch stimmt, Faktisch habe ich von März bis Juni kein Buch angefasst.

Alles in Allem: Sehr viel Science Fiction - wirklich - SEHR VIEL SCIENCE FICTION. Mit etwas Fantasy. Und etwas Norddeutsches. Aber ansonsten viel Raumschiffe, viel Pew Pew. Bin also nicht wirklich klüger geworden - wurde aber unterhalten. Immerhin.

Auch haben sich zwei Dinge geändert - a) ich fing an Bücher öfter auf Englisch zu lesen und b) Bücher wurden bei mir wieder physisch. Weg vom Kindle - hin zu Totholz.

Warum Englisch? Ich glaube der Hauptgrund ist dass ich nicht auf die nächsten Teile von Romanreihen warten will wenn es bereits eine englische Ausgabe gibt und - noch simpler - das Cover ist meistens hübscher. Thats it. Vielleicht hats auch meine Sprachkenntnis verbessert, dass hab ich aber bisher nicht bemerkt.

Warum keine eBooks? Gehörte immer zu der Kindle Fraktion. War schon ganz nett fast jedes Buch weltweit sofort lesen zu können und seine ganze Bibliothek in der Jackentasche zu tragen. Aber nach dem Lesen ein Buch in den "Gelesen" Ordner zu schieben ist nicht das gleiche gute Gefühl als ein physisches Buch in ein Regal zu stellen. Auch unterhält man sich auch nicht mit Leuten vor einen Kindle und redet über gute Bücher, das macht man vor Bücherregalen. Bücher bleiben sichtbar und verschwinden nicht in Ordnern. Ein Blick in ein Bücherregal kann Erinnerungen an Geschichten triggern. Auch etwas was ein Kindle nicht kann.

Also - habe ich viele Bücher - die ich in den letzten Jahren auf meinem Kindle gelesen habe und mir gefallen haben - dann nocheinmal physisch gekauft [2] und bin eigentlich recht zufrieden [3].

Also - genug der Worte - hier kommen jetzt meine Bücher aus dem Jahr 2020, bewertet mit dem Standard 5 Sterne System, mach ich bei Goodreads ja ganz genauso.


  1. Wobei es wenigens am Ende Tendenzen in die andere Richtung gab - Der orangene Mann wurde drüben abgewählt und Stand heute gibt es drei Impfstoffe gegen das Kack Virus. Schlussfolgernd ist ein Jahr ohne Trump und mit Corona Impfstoff Hoffnung schonmal besser. #didthemath ↩︎

  2. Größtenteils gebraucht. War überrascht wie günstig gebrauchte Bücher sind. Und ungelesene neue Bücher sehen schon seltsam im Regal aus. ↩︎

  3. Der nächste Schritt wird jetzt vermutlich sein, keine Bücher mehr bei Amazon zu bestellen und mehr lokale Geschäfte zu unterstützen. Wir werden sehen wie gut das klappt. ↩︎

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Reboot

December 24, 2020

Diesen Blog habe ich jetzt mit Umwegen seit 2008. Er folgt mir über mehrere Domains und Blogsysteme. Und ein Großteil - also eigentlich fast alle Posts bis 2016 sind irgendwann verloren gegangen - dass ist allerdings auch nicht wirklich schlimm.

Mein letzter Restart war 2016, das Jahr in dem ich mich als Webentwickler selbstständig gemacht habe. Mit starker Ausrichtung auf Themen aus der Webentwicklung. Der Plan: Fachartikel schreiben, Veröffentlichen und in Netzwerken streuen. Der Plan war gut ok, die Ausführung mangelhaft. Die Frequenz wurde geringer, die Motivation wurde geringer, zum Schluss waren die einzigen Artikel und Themen die ich privat machte. Und im Endeffekt dass was mir am meisten Spass gemacht.

Nun, das draußen tobt das Jahr 2020 in seinen letzten Atemzügen - und die Welt wartet gespannt drauf was es in den finalen Dezembertagen noch inpetto hat und ich habe meinen alten Blog ^[Den bisherigen Kirby Blog habe ich inzwischen durch eine Kombination aus Nuxt.js und Netlify CMS ersetzt. Nein. Hierzu folgt keine separate Review, aber es sei gesagt - aktuell mag ich es sehr. Auch wenn es anders ist.] auf Eis gelegt. Mein Freiberuflertum habe ich letzten Februar auf Eis gelegt und bin aktuell wieder festangestellt - eine Entscheidung die sich immer noch richtig anfühlt ^[Und tatsächlich rein garnichts mit Corona zu tun hatte, das Timing war wahrscheinlich nur unglaublich günstig].

Und worüber werde ich schreiben? Keine Ahnung. Musik die ich mag, Filme die sah, Bücher die ich las, Hobbies die ich beginne, irgendwie sowas. Nicht mehr für ein Publikum schreiben, sondern für mich. Ein digitales Tagebuch, so wie Bloggen mal gedacht war. Irgendwann in den 10er Jahren.

Also - ab jetzt hier: Unregelmäßige und schlecht recherchierte Artikel zu Dingen die ich mag. Ist auch was.

Anmerkung: Ich wollte so schnell wie möglich das System online haben. Was ihr jetzt seht ist das Grundgerüst. Vielleicht eine Alpha Version. Habe viele Ideen was ich hier machen kann, aber das Nummer 1 Feature ist aktuell: Bugs und ein ungetestetes Layout. Und vermutlich ein schlechtes SEO Ranking, da Systemwechsel.