Offensichtlich habe ich dieses Jahr viel gelesen. Und dazu noch viel Musik gehört. Musik in den MPC geworfen, andere Musik rausbekommen. Fahrrad gefahren. Mir das Longboarden angeeignet. Wenn man dann die Zeit für Job mit hinzurechnet, blieb einfach kaum Zeit für andere Dinge, Dinge die ich sonst auch gerne mache. Wie Netflix schauen. Oder Videospiele. Und eigentlich mag ich Videospiele. Sogar ziemlich gerne.
Und was ich auch mag sind interessante Narrativkonstrukte - wie z.B. Zeitreisen. Und gerade wurden zwei Spiele veröffentlicht die sich genau darum drehen, genauer - mit einer Zeitschleife, ähnlich Groundhog Day. Oder thematisch besser, qualitativ aber deutlich schlechter: Boss Level.
Zeitschleifen sind jetzt kein neues Konzept. Um ganz abstrakt zu beginnen - selbst Super Mario Land, wenn wir es als Prototyp für ein populäres Videospiel abseits der Arcades sehen, handelte in einer Zeitschleife. Wait what? Bist du betrunken?
Das Dilemma eine Videospiel Antagonisten ist, dass egal wie er sich anstrengt, der Protagonist mit unendlichen Möglichkeiten auf kurz oder lang gewinnen wird. Ein Dark Souls Boss kann noch so schwer sein, mit dem richtigen Commitment des Spielers wird er unausweichlich irgendwann das zeitlichen segnen. Nennen wir es den Dormammus Effekt. Und das beschreibt eigentlich jedes Action-fokussierte Spiel - seit dem Zeitpunkt an dem Videospiele aus der Arkaden befreit worden sind und Helden unendliche "Leben" haben. Gegner handeln immer gleich, und haben nicht das Vorwissen was wir haben. [1]
Was bisher aber kaum gemacht wurde: Dem Protagonisten selber das erlangte Wissen der vorherigen Trial & Error Versuche geben und ihn und nicht den Spieler darauf reagieren und dementsprechend anders handeln zu lassen. Seltsam, da Filme wie Source Code oder Edge of Tomorrow[2] die sich stark von Videospielen inspiriert haben lassen, genau dieses Thema umsetzen (entweder als Thriller oder als Action-Geschnetzel) und zeigen dass es eine Menge Potential hat ... selbst wenn Tom Cruise mitspielt.
Wir sind immer noch in der Einleitung? Ich dachte es geht hier um Videospiele, ey!!!!!1111 Ja, ok. Jetzt gehts los.
Bioshock und Prey haben das aufgegriffen und den Levelreset gleich entfernt und jeden bereits besiegten Gegner gleich komplett totgelassen, da der Protaganist einfach "neu erschaffen" wird. Liebe Videospiel Bad Boys, hier ein Lifehack: Solltet ihr in einem Dormammus Dilemma sein, baut doch erstmal alle VitaChamber ähnliche Dinge ab. ↩︎
Oder "Live, Die, Repeat". Oder "Edge of Tomorrow: Live Die Repeat". Oder "All you need is kill". Ehrlich, wie heisst der Film jetzt eigentlich? ↩︎
Inhaltswarnung: Der folgende Text behandelt u.a. auch das Thema Suizid / Freitod.
Ich hab damals Tschick gelesen und fand es auch ganz gut. Wusste eigentlich nichts über den Autor Wolfgang Herrndorf. Wusste nicht dass er, während er das genau dieses Buch schrieb, bereits mit einem bösartigen Hirntumor diagnostiziert war. Wusste nicht dass er darüber auf seinem Blog "Arbeit und Strukur" schrieb - seinem Alltag, seine Gedanken mit dem Tod und dem Leben, seine Träume. Wusste nicht dass er sich im August 2013 das Leben nahm.
Vorab direkt das Fazit, ich weiss nicht wie ich dieses Buch beschreiben soll. Aber ich weiss, dass das letzte was ich möchte eine Zahl zwischen 1-5 (in Form von Sternen) [1] ans Ende hänge. Ich möchte nicht die letzten Jahre eines sterbenden Menschen bewerten. Wirklich nicht. Falls sich jetzt aber jemand fragt ob man das Buch lesen sollte - dann hätte ich ein klares "Ja, dieses buch sollte jeder gelesen haben[2]" als Fazit.
Ab jetzt kann man auch hier mit dem Lesen aufhören und entweder auf dieser hervorragenden Seite mehr über den Autor erfahren oder das Buch direkt besorgen. Ab jetzt gibt es nur noch ein paar Textauszüge, denn ich habe tatsächlich irgendwann meinen Textmarker rausgeholt und angefangen alles was mir gefällt, nachschlagen will, oder ich kritisch sehe wild anzumarkern.
Also: Dieses Buch hat mich fertig gemacht. Herrndorf dokumentiert ab dem Moment seiner Hirntumor Diagnose, schreibt über den Tod, über ärztliche Diagnosen, den langsamen Verlust geistiger und physischer Kräfte und am meisten über das Leben im Kontext all dieser Dinge. Und hat eine so objektiven, nüchternen Stil, fast erschreckend. Immer wieder der Gedanke "Wie wäre ich mit der Situation umgegangen?" und ich kann jeden Moment des initialen Wahnsinns nachvollziehen, das Flüchten in die Ablenkung und das langsame Durchdrehen.
"Beim Ankleiden sehe ich im Badezimmer das Pinguinkostüm herumliegen [...] und schlage vor, es auf dem Gang in die Psychiatrie zu tragen. Wenn man sich einmal im Leben schon selbst dort einliefert, scheint mir, dann richtig. Ausserdem, vermute ich, wird es ein paar Formalitäten ersparen." - Seite 146, oder hier
Wolfgangs Herrndorf brauchte nach einer manischen Episode eine Möglichkeit sich abzulenken. Dies machte er mit dem Schreiben von 2,5 Romanen und den Führen eines Blogs, der auch heute noch existiert.
"Und wenn mein Entschluß, was ich machen wollte, nicht schon vorher festgestanden hätte, dann hätte er nach diesem Telefonat festgestanden: Arbeit. Arbeit und Struktur" - Seite 114, oder hier
Immer wieder das Setzen von alltäglichen Dingen in den Kontext des eventuell Ablebens:
"Und dann triggert der Fahrer unbeabsichtigt den nächsten Anfall: Ich habe die Dämonen von Dostojewskij empfohlen, er empfiehlt im Gegenzug Fernando Pessoa, und meine Gedanken laufen wie folgt: Ich werde Pessoa nicht lesen, mein Leben ist zu kurz, ich lese nur noch Bücher, die wirklich gut sind, diesen Pessoa kenne ich nicht, kann sein, daß das gut ist, kann aber auch sein, daß ich damit meine Zeit verschwende, ich kann mich auf das Urteil eines mir unbekannten Taxifahrers nicht verlassen, also lese ich das nicht, ich werde Pessoa niemals lesen, mein Leben ist zu kurz, zu kurz – Panikanfall." - Seite 137, oder hier
"[...] denn wenn man am Hirn operiert werden soll und möglicherweise nur noch eine zweistellige Zahl von Tagen zu leben hat, muss unbedingt ein Tag damit verbracht werde, sich ein rosarotes Papier vom Arzt ausstellen zu lassen, dass dann auf die AOK-Geschäftsstelle gebracht und abgestempelt werden muss, wo dreißig Leute in einem stickigen Wartesaal warten und durcheinanderreden [...]" - Seite 249, oder hier
Herrndorf nimmt immer wieder Stellung zu damals aktuellen Themen, wie Fukushima, Christian Wulf oder die Beschneidungsdebatte. Und zwischendurch gab es dann solche Sätze, die mich in ihrer fundamentalen Wahrheit wohl ab jetzt bei der Diskussion bringen kann.
"Das Unangenehme an dieser ganzen Beschneidungsdebatte schon wieder, dass es genau wie beim Frauenwahlrecht, dem Schwulenparagraphen, dem Rauchverbot, der Sterbehilfe oder der Einführung der fünfstelligen Postleitzahlen eine von Anfang an klar erkennbare Position der Vernunft gibt, die sich am Ende auch durchsetzt. Was von der Querulantenfraktion Monate, Jahre oder Jahrzehnte verzögert, aber niemals verhindert werden kann. Es ist ermüdend." - Seite 347, oder hier
Herrndorf hätte vermutlich auch diese Meinung zur aktuellen Pandemien und Querdenkern gehabt.
Der einzige Roman den ich bisher von ihm gelesen habe war Tschick. Im ersten Drittel ist das Buch auch ein Einblick in das Leben als Autor und wie er an ein Buch herangeht. Übrigens meist nur als Jugendroman oder Wüstenroman beschrieben. Laut lachen musste ich hier, als er über eine Stelle aus Tschick schreibt:
"Endlich schleppt sich die Romanhandlung raus aus Berlin. Der Lada ist fachmännisch kurzgeschlossen, und grad hab ich die Jungs auf die Autobahn gejagt und mich unter den Tisch gelacht über den Einfall, daß sie keine Musik hören können. In Gegenwartsjugendliteratur ist es zwingend notwendig, die Helden identitätsstiftende Musik hören zu lassen, besonders schlimm natürlich, wenn der Autor selbst schon älteres Semester ist, dann ist die Musik auch gern mal Jimi Hendrix, der neu entdeckt werden muß, und Songtextzitate gehören sowieso als Motto vor jedes Buch. Aber der Lada hat leider nur einen verfilzten Kassettenrekorder. Kassetten besitzen die Jungs logischerweise nicht, und dann finden sie während der Fahrt unter einer Fußmatte die Solid Gold Collection von R. Clayderman, und ich weiß auch nicht, warum mich das so wahnsinnig lachen läßt, aber jetzt kacheln sie gerade mit Ballade pour Adeline ihrem ungewissen Schicksal entgegen. Projekt Regression: Wie ich gern gelebt hätte." - Seite 49, oder hier
Und dann kommen Stellen in den Herrndorf über seine Exitstrategie redet. Und das heisst: Eine konkrete Absicht zur Selbsttötung. Er schaut sich Dokumentation über Sterbehilfen an, effiziente Techniken um die Gefahr eine Überlebens so gering wie möglich zu halten. Immer wieder setzt er diese dann in den Kontext dass es für ihn die letzte Möglichkeit der Selbstbestimmung ist. An manchen Stellen gibt die ungeladene Waffe in der Hand einfach Rückhalt.
"Ich erzähle C. davon, weil wir das Abkommen haben, alles zu erzählen, und dass ich mich, wenn ich wie durch ein Wunder geheilt würde, dennoch erschießen würde. Ich kann nicht zurück. Ich stehe schon zu lange hier." - Seite 355, nicht online.
Diese Stellen sind schwer zu lesen, zum einen wegen des Themas, zum anderen aber dass es in seinem Fall, seinem Anwendungszweck als nicht falsch erscheint. Insbesondere, als der Tumor gewinnt und eine Behandlung nicht mehr viel bringt.
"Zahlen sind komplett weg. Das Kleine Einmaleins ist noch da, weil es nicht Rechnen ist, sondern Erinnerung. Aber Zahlen: Null. [...] Meistens mache ich vier oder fünf Versuche und entscheide mich für das häufigste Ergebnis. Vier identische Zahlen untereinander: Okay, das überweise ich dann jetzt mal an das Finanzamt." - Seite 386, oder hier
"Dramatischer Sprachverfall. Unklar, ob die Worte schon schwinden, oder ob nur Streß. Denn immer wieder gelingen fast fehlerfreie Sätze. Hauptsächlicher Bestandteil, wenn ich das richtig sehe: der Gedanke, Isa nicht fertigstellen zu können. Spätestens letzten Sommer wäre es da gewesen. Zuletzt immer noch manchmal zunehmend schlapp Tage gearbeitet, Material längst genug, kann ich nicht mehr, wird nichts. Jeder Satz im Blog mit größter Mühe zusammengeschraubt. Freunde korrigieren. Mein häufigster Satz in Unterhaltungen: Was ist, was ich sagen will, nicht das, das andere Wort, das ohne mit dem, so was Ähnliches, das, ja, nein, lateinische Wurzel, ja –" Seite 410, oder hier
Auf dem Buchrücken steht ein Auszug einer Kritik die besagt dass dies kein Buch über den Tod ist, sondern ein Buch über das Leben. Und das trifft es eigentlich sehr gut.
Anstatt meiner üblichen Liste zusammenhangsloser Songs die ich in letzter Zeit gefunden habe - heute einmal was anderes. Eine kleine Reise wie ich einen Haufen (deutscher Künstler) kennengelernt habe. Und das alles auf Basis eine Songs aus dem Jahr 2017.
Schminke ist ein Track von dem Kollaborationsalbum der Sängerin Mine und Deutschrapper Fatoni. Da ich mich bis Anfang des Jahres wenig für deutsche Musik - und noch weniger für Deutschrap - interessiert habe, waren beide ziemlich neu für mich.
Mehr oder weniger durch Zufall bin ich im April diesen Jahres auf dann auf die dritte (und bisher finale) Version des Songs Schminke gestoßen und war fasziniert. Nicht nur dass die Bassline einfach direkt ins Bein geht, da war noch dieser große Haufen von Künstler und verschiedene Stile, man kann sagen ich war intrigued.
In den kommenden Wochen und Monaten habe ich mich immer weiter in diese Bubble reingehört und Stück für Stück eine Menge großartiger Künstler entdeckt und vermutlich hat dieser Track meine musikalische Reise in 2021 erheblich beeinflusst.
Man könnte sagen dass ich schon inzwischenso etwaswie ein Fanboy bin wenn es um Fredrik Backman geht. Zwei der drei Bücher, die ich dieses Jahr von ihm gelesen haben gehören definitiv zu dem besten was ich in den letzten Jahren vor mir habe. Seine Bücher zeichnen sich durch eine starke Bindung an die Charaktere aus, und selbst die scheinbar langweiligste Nebenfigur kann einen durch Backmans Schreibe ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Augen tränen abwechselnd entweder weil etwas sehr traurig oder lustig sind und meist liegen dazwischen nur ein paar Absätze und ich war teilweise überwältigt was seine Geschichten und Figuren ihn mir auslösen konnten.
Aber wenn man meinen Eintrag zu "Britt-Marie war hier" liest, merkt man auch dass sein Schreibstil und Struktur auf Dauer etwas durchschaubar wird, da er im schlussendlich immer wieder dieselben Kniffe anwendet. Und dann kam dieses Buch daher. Stadt der grossen Träume - oder der bessere englische Titel den ich ab jetzt nutze weil sich dieser nicht wie ein Rosamunde Pilcher Film anhört - Beartown.
Worum gehts: Die Stadt Björnstadt in Schweden ist eine sterbende Kleinstadt, wie es viele überall gibt. Allerdings ist dieses Städtchen eine Eishockey Stadt - es scheint kaum einen Bewohner zu geben der nicht für diesen Sport brennt. Und jetzt - nach einer lange Durststrecke - geht es auch wieder mit der Profimannschaft der Stadt voran, denn die nachfolgende Generation brennt mit einer ganz neuen Stärke für den Sport und nicht zuletzt ein Mitspieler scheint das Potential zu haben die Björnstadt Bären wieder ganz weit nach oben zu bringen. Und dann passiert etwas was Björnstadt für immer verändern wird.
Beartown ist kein Sportroman, es ist die Geschichte einer Stadt die nun mal Eishockey mag, aber eigentlich ihre ganz eigenen Konflikte austrägt. Tatsächlich ist Beartown etwas ganz anderes. Vergleicht man es mit den vorher genannten Büchern des Autoren, merkt man zuerst dass wir hier nicht einem Charakter folgen und auch nicht die Welt aus der (teils eingeschränkten) Sicht dieser einen (Haupt)-Figur sehen, sondern dass man in diesem Buch einer Vielzahl verschiedenster Leute folgt, und dass mit einer tiefen Charakterzeichnung, weit abseits von Schwarz und Weiss [1] und jeder mit eigenen (nachvollziehbaren) Beweggründen für Handeln und Tun.
Backman lässt sich Zeit. Sehr viel Zeit. Es gibt seitenlange Absätze die erklären dass eine Figur gerade einer Tätigkeit nachgeht, aber statt weiter auf diese "Tätigkeit" einzugehen, geht es dann in den folgenden Seiten um Erlebnisse in der Vergangenheit, um Gedankengänge und um Schlussfolgerungen. Und fast die ganze erste Hälfte scheint genauso aufgebaut zu sein. Wir fliegen von einer Figur zur nächsten, teils mit Übergängen und lernen so fast jede Figur erstmal kennen, egal wie unwichtig sie zu sein scheint, lernen auch wie welche Figure mit wem verknüpft ist. [2].
Und dann kam die zweite Hälfte und verändert die ganze Stadt. Den Konflikt auf dem in der ersten Hälfte hingearbeitet und mit diversen Anspielungen des Erzählers vorbereitet wird, fand ich selber jetzt nicht sehr überraschend, aber man merkt einen deutlichen Impact in der Stadt. Wie dieser die Verbindungen und Abhängigkeiten der Figuren beeinflusst, Freundschaften zerbrechen, Konzepte wie Loyalität, Treue, Liebe auf die Probe gestellt werden. Und wenn man den Figuren inzwischen so nahe ist wie man es nach den ersten 250 Seiten war, ist man hooked. Und das war ich auch. Die zweite Hälfte des Buches hab ich fast in einem Rutsch gelesen.
Beartown war für mich eine Überraschung. Weil es nicht dass war was ich erwartet oder befürchtet hatte und zweitens weil es trotz des Stilwechsels durchweg spannend war und ich immer mehr über diese Stadt wissen wollte. Damit ist Backman jetzt vermutlich endgültig einer der besten Autoren der letzten Jahre für mich. Punkt.
zumindest wenn es um Figuren mit Namen geht, dann gibt es noch Figuren die einfach nur "Klubdirektor", "Der Bassist" oder XY's Vater/Mutter, obwohl auch diese nicht ganz 2-dimensional sind. ↩︎
Erinnerte mich tatsächlich ein bisschen an diese eine Simpsonsfolge, in der viele kleine Stories in Springfield erzählt werden ↩︎
Breq irrt über einen Eisplaneten Nilt und hat eigentlich nur Rache im Sinn. Sie findet die Soldatin Seivarden Vendaai, welche vor 1000 Jahren ihr erster Offizier war, hilflos im Schnee - halbtot und Kef-süchtig. Seivarden gehört zu den Radch - ein Volk unter der Führung der 3000 Jahre alten Herrscherin Anaander Mianaai. Ein Volk dass seit Jahrtausenden alle Planeten der Galaxie annektiert und in ihre Kultur eingliedert.
Achja - ausserdem war Breq mal ein riesiger Radchai Truppentransporter namens Justice of Toren.
Ein Truppentransporter? Verwirrt? War ich auch. In der Tat war dies mein zweiter Versuch mich in die viel gelobte Imperial Radch[1] Reihe einzulesen. Aus zwei Gründen:
Der erste ist offensichtlich - wenn man meinen einleitenden Absatz gelesen hat. Man wird direkt in die Story hineingeworfen. Namen, Orte, Dialoge, Begebenheiten, Referenzen, nichts wird erklärt und man muss es irgendwie erst einmal akzeptieren. Anaander Mianaai? Radch? Seivarden Vedaai? Und dann gab es noch ein par Seite die sich nur über die Religion der Radchaai beschäftigt. Irgendwann wird auch noch eine ausserirdische Rasse erwähnt die wohl einfach nur Rrrrrrrrr genannt wird. Rrrrrrr. RRRRRRRRR.
Der andere Grund: Damals hatte ich die deutsche Fassung auf dem Kindle und direkt am Anfang gab es ein Anmerkung der Übersetzerin. Denn - das Volk der Radchaai zum dem die Protagonistin/Raumschiff gehört und von denen auch eigentlich das halbe Buch handelt, hat keine geschlechtsspezifischen Unterscheidungen und Pronomen. Weswegen Breq/Justice of Toren/OneEsk/OneVar[2]. Dies ist ein Fakt gewesen was der Übersetzerin scheinbar viel Nerven gekostet hat - was vermutlich den Warnhinweis am Anfang des Buches erklärt. Und in der tat las es sich wirklich anstrengend. Die Idee des generischen Femininum klappt im Deutschen nur bedingt [3] und macht es sperrig zu lesen. Ich glaub die Übersetzer:in wollte sich am Anfang direkt dafür entschuldigen.
Gut, jetzt hab ich das Buch auf Englisch gelesen und war vorbereitet. Und in der Tat - das Universum wird im Laufe der Geschichte Stück für Stück erklärt. Die Geschichte der Radch und die Beweggründe, wer Anaander Mianaai[4] Und die englische Variante lies sich viel besser lesen und die Idee der geschlechtslosen Personen fand ich eigentlich ganz interessant. Breq - welche initial undercover auf einem Nicht-Radch Planeten unterwegs ist, hat starke Schwierigkeiten Geschlechter zu erkennen und sich durch eine unbeholfene Wortwahl zu verraten. Jede Interaktion mit jeder Person ist ein Risiko und als Leser ist man selber auch dabei mitzuraten. Und dann erfährt man die Lösung ein paar Seiten später in einem Nebensatz. [5]. Und eigentlich ist der ganze geschlechtsneutrale Part nur ein kleiner Teil des Konstrukts.
Auch gefallen hat mir, dass es sich hier zwar eindeutig um ein SciFi Buch handelt, aber zumindest der Part der sich auf dem Planeten Nilt abspielt fühlt sich an wie ein Western. Eine kalte, raue Welt ohne viel Gesetz. Breq tritt als mysteriöse Figur auf, mit unklaren Beweggründen und lässt auch ihre Waffen sprechen. Als Fan von Italowestern musste ich zumindest in diesen Teil oft an Italo-Western denken. Clint Eastwood aus Sergio Leones Dollar Trilogie oder Kinski in "Leichen pflastern seinen Weg".
Ancillary Justice ist so was wie ein Gegenentwurf zum Bobiverse. In beiden geht es um KI in Form eines Raumschiffes, aber wo das Bobiverse eher erheiternd, optimistisch und explorativ war ist Imperial Radch, so der Name der Reihe, düster und erbarmungslos[6].
Und auch wenn der Anfang hart und sperrig war, am Ende war ich vollkommen drin und will jetzt auch wissen wie es weitergeht.
Die Nachfolger Ancilliary Mercy und Ancilliary Sword liegen bereits hier. Und Funfact: Die Cover gehören zusammen! <3
In diesem Sinne: Rrrrrrrrrrrrrrrr.
Viel gelobt! Wirklich. Der erste Band scheint alle gängigen Sci-Fi Literaturpreise abgeräumt zu haben ↩︎
Irgendwie ist Breq zwar ein Wesen aus vielen Teilen, aber es gibt wohl sowas wie Unteridentitäten. Oder so. ↩︎
Im Kontext der Geschichte. Aber gut - warum nicht - reden wir mal über Gendern -* yay FUN!!!!* - , ein Thema was zur Zeit für viele nervige Diskussionen sorgt. Ich sehe Gendern nicht als "Verhunzung" der deutschen Sprache an. Sprache verändert sich immer. Und die geschlechtslose Bezeichnung von Gruppen ist ein Weg unsere Gesellschaft auf Dauer zu verbessern. Und wenn jetzt die Bildzeitung schreibt dass "die Mehrheit der Deutsche es ablehnt", dann kann es gut sein dass dem so ist. Aber generell wird erstmal immer alles neue abgelehnt. Ob es sich durchsetzt? Keine Ahnung - niemand wird dazu gezwungen Doppelpunkte oder Sternchen zu nutzen. Und solange dies nicht der Fall ist, ist jede Diskussion dazu überflüssig und eher billiger Populismus als konstruktiv. Also mein Leitsatz bei Diskussionen wo ich mir wegen meinen Standpunkt noch unsicher bin: Wenn die AfD dagegen ist, ist es vermutlich nicht verkehrt dafür zu sein - meistens nutzt es der Allgemeinheit und ist ein Zeichen von Menschlichtkeit. So. Wo war? Achja, ScienceFiction Buch Besprechung... also... räusper.... ↩︎
Wirklich! Wie wird der Name ausgesprochen? Jedesmal wenn ich diesen Namen las - und er wird immer mit beiden Namen angesprochen - hab ich es versucht auszusprechen und muss für Aussenstehende wir ein Mini-Schlaganfall gewirkt haben. ↩︎
Oder auch garnicht. Mir fällt gerade ein dass ich eigentlich nichts über das Aussehen und Geschlecht von Breq weiss. Sie nutzt scheinbar ihren Körper nur als Vehikel, identifiziert sich aber nicht damit. Wir wissen aber dass sie wohl eine nervige Stimme hat. ↩︎
Die KI der Justice of Toren besteht nicht nur aus einem Kern in einem Raumschiff, sondern kann sein Bewusstsein auch in menschliche Hüllen - oder Segmente - übertragen. Dass diese nicht ganz freiwillig dazu bereits sind ist anzunehmen - denn oft handelt es sich bei diesen um Kriegsgefangene der Radchai, welche dem Expansions- und Annexionskurs dieses Volkes im Weg standen. Diese Segmente werden dann als Soldatinnen eingesetzt. ↩︎
Fassen wir zusammen, Teil 1 beschreibt relativ nüchtern den bevorstehenden Fall eines Imperiums und eine schnelle Wiederauferstehung mithilfe von Massenpsychologie und Determinismus, Teil 2 erweitert das Konzept und zeigt dass auch perfekter Plan schnell aus dem Ruder kommen kann. Und dann haben wir hier Band 3 - Zweite Foundation - und ganz plötzlich haben wir hier einen Agententhriller mit emotionalen Psi Battles (oder Jedi Mindtricks?), viel Spieltheorie und einen ganzen Haufen Intrigen und doppelten Spielchen. Wow. Ich hab damit nicht gerechnet und ich bin begeistert.
Ich gehe hier ganz vage auf die Story ein, will aber trotzdem warnen, da es für einge als Spoiler angesehen werden kann.
Auch dieses mal gibt es nur zwei Geschichten. In beiden geht es um die mysteriöse Zweite Foundation die seit Band 1 immer wieder angedeutet wurde. Die eine ist eine Fortsetzung der Maultier Story aus dem vorherigen Teil und spielt einige Jahre später. Die andere behandelt die Suche nach der zweiten Foundation, da von dieser inzwischen eine Gefahr auszugehen scheint.
Wie bereits erwähnt, Band 3 hatte starke Anleihen an Agenten und Spiongeschichten. Niemanden ist zu trauen, jeder kann manipuliert oder ein Agent sein. Und ganz so einfach wie in Band 2 waren die Plotwists dieses mal nicht vorherzusehen - wobei dies natürlich eine subjektive Wahrnehmung ist. Beide Geschichten haben mir sehr Spass gemacht und insbesondere gegen Ende der ersten Geschichte Die Suche des Maultiers habe ich eine Seite mehrfach lesen müssen, da Asimov einfach mal komplett in neue Sphären schreibt.
Abschliessend die Frage: Hat sich die Foundation Trilogie gelohnt? Ja - definitiv. Hat mich zuerst die nüchterne Schreibweise beeindruckt, die vage Beschreibung der Technologie, die komplette Überbenutzung des Wortes "Atomar" [1] - und die retrofuturistischen Gadgets [2], hat Asimov in der Mitte mit seinen aufgestellten Regeln gebrochen und die sichergeglaubte Foundation ins Chaos gestürzt nur um dann mit Teil 3 sowas hier abzuliefern. Großartig. Ich hab definitiv Bock weiter ins das Universum von Foundation einzutauchen. Es gibt noch Prequels und Sequels, und dann auch noch die Robots und Empire Reihen die sich alle in die Geschichte des Foundation Universums eingliedern. [3]
ich feiere immer noch dass die galaktische Zivilisation so etwas wie eine Schreibmaschine mit Spracherkennung hat ↩︎
Und dann auch noch rausfinden ob ich jetzt chronologisch oder nach Publikation an die Reihe rangehen. Aber vermutlich werde ich zum Anfang springen und als nächstes die Robots Serie beginnen. Aber wer weiss. Erstmal was anderes. ↩︎
Und weiter ging es direkt mit dem zweiten Band der originalen Foundation Trilogie, der den lieblosen Namen: "Foundation und Imperium" trägt. Im Gegensatz zum ersten Band, ist die Fortsetzung etwas fokussierter. Diesmal gibt es nur zwei Geschichten: "Der General" und "Das Maultier" - und spätestens beim Titel der zweiten Geschichte habe ich bereut diese Serie auf Deutsch zu lesen, aber gut. Kommen wir zuerst zum General.
"Der General" ist die erste und deutlich kürzere Geschichte und der einzige Grund warum das Wort Imperium im Titel vorkommt. Von der Spannungskurve und Prämisse passt diese Story eigentlich besser zu den Geschichten von Band 1. Sie war nicht sonderlich spektakulär, aber langweilig auch nicht. Alles in allem eine kleine Nebengeschichte, die allerdings sehr schnell von der zweiten überflügelt wird.
"Das Maultier" nimmt fast 2/3 des Buches ein und ist der erste Versuch die Foundation in eine etwas übergreifende Story einzugliedern und entfernt auch gleichzeitig ein Sicherheitsnetz der Foundation - denn da bisher alles immer unter dem Motto "Die vorhergesagte Wahrscheinlichkeit schützt uns sowieso" lief, gab es in diesem Fall deutlich mehr Spannung. Und auch als ich dachte ich hätte das Ende schon vorhergesagt, wurde ich doch tatsächlich etwas überrascht. Nicht viel. Aber etwas.
Da den Geschichten mehr Raum gegeben wird, kann man dieses Mal auch von "Charakterzeichnung" reden. Nur auf rudimentärer Ebene, aber im Vergleich zum ersten Teil kann man sich eigentlich nur steigern.
Alles in allem war ich gut unterhalten, wünschte mir aber die "Maultier" Geschichte wäre in sich geschlossener und würde nicht nur als Cliffhanger dienen. Dann muss ich wohl direkt weiterlesen.
So. Isaac Asimov. Einer der ganz großen und vermutlich - neben Philip K. Dick - DER Science Fiction Autor mit dem größten Einfluss auf das Genre wie wir es heute kennen. Und mit Foundation legte er wortwörtlich das Fundament für mehrere vage verbundenen Reihen. Grund genug es mir mal anzugucken.
In der fernen Zukunft gibt es ein imperiales Kaiserreich dass die gesamte Galaxis umspannt. Ein Mathematiker entwickelt Psychohistorik[1] und sagt errechnet den bevorstehenden Untergang ebendiesen Kaiserreichs voraus. Daraufhin errechnet er einen Plan um das kommende Dunkle Zeitalter so kurz wie möglich zu halten und setzt er sich mit einer Gruppe Wissenschaftler am Rande des Universums ab um die "Foundation" für ein neues Imperium in der fernen Zukunft zu legen.
Ganz ehrlich, meine Erwartungen waren niedrig. Von anderen habe ich Kritiken gehört die die Worte "langweilig" beinhalten [2] und die neueren Kommentare auf Goodreads scheinen es zu bestätigen. Und generell bin ich skeptisch gegenüber alter SciFi Schreibe, meistens ist das Pacing und Sprache schon etwas "altertümlich". Um so erfreulicher fand ich es, dass es mir so ganz und garnicht vorkam. Das könnte vielleicht daran liegen dass ich hier die deutsche Übersetzung vor mir liegen habe und dass sie etwas weniger sperrig ist? Vielleicht auch an der generellen nierigen Erwartung.
Man merkt jedenfalls eindeutig das Foundation ein Kind seiner Zeit ist. Science Fiction war ein junges Genre und viele Dinge die heute als Grundausstattung eines "Weltraum Science Fiction" Romans gelten, gab es nicht. Diese Abwesenheit von gängigen Tropes ist irgendwie ziemlich erfrischend. Kein Technoblabla, und wenn nur angedeutet. Raumschiffe existieren zwar, aber ich kann mich nicht erinnern dass irgendwie irgendwo beschrieben wurde wie diese aussehen, und ein "Hyperraumantrieb" wurde auch nur angedeutet. Das Weltall war in den 50ern halt kleiner. [3]
Das Weltall scheint mir auch - zumindest in Band 1 - eher ein optionales Setting zu sein. Eigentlich könnte es auch im Mittelalter oder in einer Fantasywelt spielen. Es gibt Kaiser- und Königreiche, Aberglaube und Religion ist ein Bestandteil der Story, Raumschiffe könnten von ihrer Beschreibung auch Pferde sein und einige Zivilisationen entwickeln sich fast zu Stämmen zurück - jedenfalls wird (zu) oft das Wort Barbarei genutzt.
Gut - ok... , keine Raumschiffe, kein PewPewPew, keine gängigen Tropes... was bleibt dann noch? Diplomatie! Foundation ist ein Buch über diplomatische Beziehungen. Es wird geredet, geredet und geredet. Eigentlich besteht die Geschichte fast nur aus Dialogen. Und dort spielt auch die komplette Charakterzeichung ab, d.h. eigentlich gibt es keine Charakterzeichnung. Die Guten sind gut und gerissen. Die Bösen meist plumb und arrogant. Ende. Sehr viel mehr lässt das episodenhafte Format auch nicht zu. Damit muss man leben können - vielleicht auch der Grund wieso dieses Buch heute nicht mehr so gut ankommt.
Mir jedenfalls hat es gefallen und stehe jetzt vor dem Problem dass ich nicht weiß mit welcher Reihenfolge ich jetzt an die Serie rangehen . Chronologisch? Nach Publikationsdatum? Die Asimov Reihenfolge? [4]
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Eine Art Mathemathik dass auf Massenpsychologie beruht, eigentlich aber eher an Determinismus erinnert ↩︎
Zum Beispiel von Marcel, der ruhig mal wieder etwas posten könnte. ↩︎
Und dann gibt es noch die Atomenergie. Everyhing is Atom. Kein Wunder - zur Veröffentlichung der Kurzgeschichten war Atomenergie noch neu, risikoarm und ein mögliches Fundament der Zukunft. So kommt es dass es tragbare Atomreaktoren gibt, Atomgranaten, Atompistolen. Gelegentlich kommt es vor wie eine Worthülse um Dinge noch futuristischer ercheinen zu lassen. ↩︎
Habe bemerkt dass ich scheinbar Band 4 und 5 auch im Regal stehen habe. Stark vergilbt und abgegriffen, scheinbar aus einem "zu verschenken" Korb am Strassenrand. Also so oder so werde ich vermutlich das Pferd von hinten aufzäumen und dann wohl zuerst das Ende lesen. Oder es kommt ganz anders. Da es sich um 15 Bücher handelt ist meine Motivation das anzugehen irgendwie auch gering. ↩︎
In den vorherigen Posts zu Büchern der "First Law" Reihe habe ich diese immer wieder in das Genre "Dark Fantasy" eingeordet. An sich nicht falsch, aber da gibt es scheinbar noch eine bessere Einordnung: Grimdark. Weniger Fantasy, mehr Abgründe in den Menschen. Es müssen hohe Preise für Ziele bezahlt werden, selbst die strahlendsten Figuren haben Makel und nebenbei wird noch ziemlich viel geschnetzelt. [1] Und genau das beschreibt die Welt von "The First Law" ganz gut.
"Last Argument of Kings" ist der dritte Teil und letzte Teil der "First Law" Trilogie [2] - aber nur Band 3 einer größeren Reihe, die scheinbar ab jetzt wohl nur noch (etwas lieblos) "The First Law World" heisst. Sei es drum. Dieser Teil macht genau da weiter wo Teil 2 aufgehört hat und schliesst alle Storyfäden. Gegen Ende hin vielleicht etwas zu schnell. Spätestens in der Mitte des Buches gibt es ein zu erwartendes Ereignis wo ich dachte "Das kommt erst jetzt? Sind doch kaum noch Seiten da!".
Wieder gibt es Kämpfe und Schlachten - mehr als je zuvor. Und oh boy - selten wurde das Abtrennen von Gliedmaßen und das zerquetschen von Körperteilen genauer beschrieben. Wieder scheint Abercrombie die Farben Schwarz und Weiss aus seinem Repertoire gestrichen zu haben. Böse Charaktere sind vielleicht garnicht so böse, Gefeierte Helden vielleicht garnicht so strahlend, Weise Magier vielleicht garnicht so altruistisch. [3]
Kein Schwarz, kein Weiss, alle sind in einem strahlenden Grau, mit einer großen Menge Rot.
Also Fazit bisher: Fühlte ich mich bei Teil 1 noch etwas ins kalte Wasser geschmissen, hat Teil 2 mich direkt abgeholt und "Last Argument of Kings" war ein guter und heftiger Abschluss. [4] Sofern man mit "Game of Thrones" [5] etwas anfangen konnte, wird einen "The First Law" vermutlich auch sehr gefallen. Mir hat es Spass gemacht und wird nicht mein letztes Buch von Abercrombie sein.
Ich fand diesen lesenswerten Artikel, der das Genre analysiert und besser beschreibt als ich es je könnte - wie sollte ich auch - ich habe gerade erst erfahren dass es es existiert. ↩︎
Und wieder sticht eine Figur hervor - der verkrüppelte Inquisitor Glotka dan Sand ist in eigentlich jeden Kapitel in dem er auftaucht ein Highlight. ↩︎
Wobei Abschluss das falsche Wort ist - kam mir vor wie das Ende einer Serienstaffel, es gab noch zuviele kleine lose Enden. Und es gibt ja noch einige weitere Standalone Romane. ↩︎
Ich sollte echt mal die restlichen Bücher lesen. Bisher hat mich immer abgehalten dass Buch 1 zu sehr an die Serie erinnert hat. Aber da sich Buch/Serie immer weiter entfernt haben und Staffel 7 und 8 so weit von "Gut" entfernt waren - warum nicht. ↩︎
Und das war er - der dritte Teil des Bobiverse und schließt ab was die ersten beiden Teile [1] begonnen haben.
Wieder gibt es einen Haufen Sternensysteme, einen verrückten Brasilianer, außerirdische Zivilisationen und eine große Anzahl von Bobs. Und auch die große Bedrohung, die sich seit Teil 1 aufgebaut hat kommt drin vor und stellt damit neben der Delta Storyline den einzig anderen durchgängigen Storyfaden dar. Ansonsten auch dabei Transhumanismus und Existenzialismus. Nicht gerade auf dem Level dass Kant oder Sartre stolz wären, aber immerhin soweit wie es in die Story passt.
Alles in allem, ein guter Abschluss einer Trilogie. Wie ich vorher schon schrieb, ein bisschen seicht und nicht gerade ein "Rememberance of Earths Past" aber immerhin sehr unterhaltsam. Das Buch und die ganze Reihe [2] bekommt von mir solide 4 Sterne. Ruhig lesen, man macht nichts falsch.
Es gibt noch einen vierten Teil, der führt die Reihe zwar weiter, aber scheint eher ein SpinOff als Fortführung zu sein. Werde ich vielleicht irgendwann lesen, aber erstmal hab ich genug. ↩︎